Telematikinfrastruktur: 130.000 Konnektoren werden in Praxen getauscht
Bis zum Jahr 2025 müssen voraussichtlich rund 130.000 Konnektoren ausgetauscht werden.
Foto: imago images/Cavan ImagesBerlin. Unerwartete Kosten kommen auf das Gesundheitssystem zu. Die Gesellschafter der Gematik haben beschlossen, dass in Deutschland zahlreiche Konnektoren ausgetauscht werden müssen. Die Gematik geht für die kommenden drei Jahre von 130.000 Geräten aus.
Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) pauschal je Stück mit rund 1000 Euro erstattet. Die Gesamtkosten könnten demnach 130 Millionen Euro betragen.
Bei einem Konnektor handelt es sich um einen speziellen Router. Ärzte und andere Beteiligte des Gesundheitssystems benötigen ihn, um auf die Telematikinfrastruktur (TI) – das Gesundheitsdatennetzwerk – zuzugreifen. Die Gematik, der Betreiber der TI, arbeitet an der TI 2.0. Mit ihr werden keine Konnektoren mehr für den Zugriff benötigt. Ursprünglich plante die Gematik, dass vor der Einführung der TI 2.0 keine Konnektoren mehr ausgetauscht werden müssen.
GKV schweigt zu Kosten
Der GKV-Spitzenverband (GKV-SV), der zu den Gesellschaftern der Gematik zählt, hat dem Austausch der Geräte zugestimmt. Die Gesellschafterversammlung fasste den Beschluss einstimmig bereits am 28. Februar.
Zur Höhe der zu erwartenden Kosten wollte sich der GKV-SV gegenüber Handelsblatt Inside nicht äußern. Die Verhandlung zur Finanzierung werde demnächst geplant. Das Bundesgesundheitsministerium, das mit 51 Prozent den größten Anteil an der Gematik hält, ließ eine Anfrage zu der Entscheidung unbeantwortet.