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UntersuchungWegen Spritpreisen: Kartellamt nimmt Raffinerien unter die Lupe

Nach den Preissprüngen im März will die Behörde nun Raffineriebetreiber und Großhändler gründlich untersuchen. Kartellamtschef Mundt hat auch Tipps für Autofahrer. 12.04.2022 - 12:58 Uhr Artikel anhören

Marktverwerfungen haben das Kartellamt auf den Plan gerufen.

Foto: dpa

Bonn. Nach starken Preisschwankungen an den Tankstellen will das Bundeskartellamt Raffinerie-Betreibern und Großhändlern auf den Zahn fühlen. Wie die Bonner Behörde am Dienstag mitteilte, hat sie eine sogenannte Sektoruntersuchung eingeleitet. „Ziel ist es insbesondere, die Gründe für die jüngsten Markt- und Preisentwicklungen auszuleuchten“, erklärte Kartellamtschef Andreas Mundt.

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges waren im März die Preise für Rohöl und die Preise an den Zapfsäulen stark angestiegen. Als der Rohölpreis wieder fiel, sank der Verbraucherpreis aber nicht im gleichen Maße. Diese Marktverwerfungen riefen das Kartellamt auf den Plan.

Sektoruntersuchungen dienen dazu, ein bestimmtes Marktsegment unter die Lupe zu nehmen und dann mögliche Missstände zu benennen. Dies könnte den Gesetzgeber veranlassen zu handeln.

Das Kartellamt publizierte am Dienstag zudem den Jahresbericht seiner Markttransparenzstelle zu Kraftstoffen. Damit verfolgen die Wettbewerbshüter die Preisentwicklungen an Tankstellen. Dem Bericht zufolge sind die Preisunterschiede weiterhin groß.

„Gerade bei den derzeit sehr hohen Preisen lässt sich mit ein paar Faustregeln viel Geld sparen“, erklärte Kartellamtschef Andreas Mundt am Dienstag: „Autobahn-Tankstellen sollten gemieden werden.“ Seien die Preise bereits an Straßen-Tankstellen hoch, lägen sie an der Autobahn „meist noch etwa 25 Cent höher“.

Zudem sollten die Fahrzeug-Lenker auch darauf achten, wann sie die Zapfsäule ansteuern. Am teuersten sei das Tanken morgens zwischen fünf und acht Uhr, am niedrigsten seien die Preise meist am Abend zwischen 18 und 22 Uhr. Im Laufe eines Tages gebe es in einer Stadt oder Region Preisunterschiede von um die 20 Cent pro Liter.

dpa, rtr
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