Kommentar: Das Schein-Embargo: Der Öl-Boykott ist handwerklich schlecht gemacht
Von Von Geschlossenheit kann in der EU keine Rede sein.
Foto: dpaIn der historischen Betrachtung haben Sanktionen in den seltensten Fällen das gewünschte Ergebnis erzielt. In der Regel haben sie weder die Haltung von Regierungen maßgeblich verändert, geschweige denn zu Regierungswechseln geführt, noch Kriege eingedämmt oder verhindert. Dennoch sind Sanktionen ein wichtiges Instrument. Sie setzen ein politisches Zeichen, bringen die Hoffnung mit sich, für die Zukunft einen gewissen Abschreckungseffekt zu erzeugen.
So ist auch der geplante Ölboykott gegen Russland ebenso legitim wie notwendig. Zu gewaltig sind die Kriegsverbrechen Russlands in der Ukraine. Zu groß ist auch das Risiko, dass andere Autokraten sich motiviert fühlen, der Methode Putin nachzueifern und ein souveränes Nachbarland zu überfallen. Deswegen sollte der Westen mit aller Härte reagieren.
Leider aber haben die europäischen Strategen in ihrem Bemühen, einen nachhaltigen Sanktionseffekt zu erzielen, so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Geschlossenheit, Schnelligkeit und zumindest ein gewisser Überraschungseffekt – das sind die drei notwendigen Voraussetzungen, damit Sanktionen ihre Wirkung erzielen. Hinreichend sind sie – wie die Sanktionshistorie zeigt – längst nicht.