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I-Index„Erinnert an 1970er Jahre“ – Frühwarnsystem für Inflation auf Rekordhoch

Der vom Handelsblatt und von der TU Dortmund entwickelte I-Index erreicht einen historischen Höchststand. Experten fürchten eine riskante Verschiebung der Inflationsdebatte.Julian Olk 24.05.2022 - 04:05 Uhr Artikel anhören

Rund 2,9 Millionen Zeitungsartikel liegen dem I-Index zugrunde. Hier wird der Verlauf in den vergangenen fünf Jahren gezeigt.

Foto: dpa, Handelsblatt

Berlin. Die Rekorde bei den Inflationsraten sind womöglich noch nicht an ihrem Ende. Der I-Index, ein Frühwarnsystem für die Entwicklung der Verbraucherpreise anhand von Medienartikeln, hat einen Höchststand erreicht. Im April stieg der Indikator auf 10,9 Prozent. Das bedeutet, in mehr als jedem zehnten in diesem Monat veröffentlichten Zeitungsartikel spielte das Thema Inflation eine Rolle.

Vor einem Jahr lag der Wert noch bei zwei Prozent und der historische Durchschnitt zwischen 2001 und 2021 ist ebenfalls bedeutend niedriger. Zudem zeigt sich, dass der I-Index aktuell auch drei Monate nach Beginn des Ukrainekriegs noch deutlich steigt. Die Kriegsfolgen gelten als der Haupttreiber für die Inflation.

Der Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland lag im April nach Angaben des Statistischen Bundesamts bei 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat – so hoch wie seit 40 Jahren nicht mehr. In Relation zum Vormonat März waren die Preisanstiege aber deutlich gebremst.

„Trotzdem spricht einiges dafür, dass das Ende der Rekordinflation längst nicht erreicht ist, das zeigt allen voran der I-Index“, sagt Projektleiter Henrik Müller von der TU Dortmund. Auch Volker Wieland, Direktor des Instituts für Währungs- und Finanzstabilität, erklärt: „Der Indikator ist hoch wie nie. Die Inflation steht offensichtlich im Zentrum des öffentlichen Interesses, und das wird sich wohl so schnell nicht ändern.“

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