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ImmobilienSorge vor deutschem Crash laut Vonovia-Chef grundlos

Private Eigentümer veräußerten ihre Wohnungen nicht, weil sich das Zinsniveau ändere, sagt Rolf Buch. Ein großangelegter Ausverkauf am Markt sei daher unwahrscheinlich.Bloomberg und Eyk Henning 24.08.2022 - 09:49 Uhr Artikel anhören

In Großstädten wie Frankfurt und München sind die Preise für Eigentumswohnungen seit Jahresstart um bis zu sieben Prozent gesunken.

Foto: dpa

Bochum. Die Vonovia SE stößt mit ihren zum Verkauf stehenden milliardenschweren Portfolio-Teilen auf großes Interesse der Investoren. Selten zuvor hätten Objekte, die ins Verkaufsfenster gestellt wurden, solchen Anklang gefunden, erklärte Vorstandschef Rolf Buch im Bloomberg-Interview.

Europas größter Immobilienkonzern plant Veräußerungen im Volumen von 13 Milliarden Euro. Darunter sind nach Angaben Buchs Mehrfamilienhäuser in deutschen Großstädten wie München, die typischerweise Käufer mit großen Vermögen, Investoren aus dem Family-Office-Bereich und Kommunen anziehen.

An der Börse ging es für deutsche Immobilienwerte zuletzt abwärts. Die Branche sieht sich gestiegenen Kapitalkosten gegenüber und die Inflation macht die Modernisierung von Gebäuden teurer. Mietern drohen angesichts der Energiekrise im Zuge von Russlands Einmarsch in der Ukraine zusätzliche jährliche Energiekosten von bis zu 1.000 Euro

Die Vonovia-Aktie hat auf Zwölf-Monats-Sicht fast die Hälfte ihres Wertes verloren. Damit ist es laut Buch für den Konzern nun zweckmäßig, sich von bestimmten Vermögenswerten zu trennen.

„Die Verwendung des Erlöses zur Schuldentilgung und/oder zum Rückkauf von Aktien, die derzeit mit einem Abschlag zum Wert der Immobilien gehandelt werden, ist in der Regel sinnvoll“, erklärte Buch. „Vonovia wird Objekte, die veräußert werden sollen, nicht unter dem fairen Wert abstoßen und erst recht keine Notverkäufe tätigen.“

Trotz des Anstiegs der Zinsen droht laut Buch kein Ausverkauf am Immobilienmarkt. Der Transaktionsmarkt werde von kleinen Eigentümern beherrscht, die nicht aus dem institutionellen Bereich kommen. Diese folgten nicht der kurzfristigen Zinsdynamik.

„Aufgrund der in der Regel steuerfreien Veräußerung nach zehn Jahren und der hohen Transaktionskosten von rund acht Prozent ist der kurzfristige Handel mit Immobilien in den allermeisten Fällen wirtschaftlich nicht sinnvoll.“ Eine gesunde Nachfrage nach Wohnungen stützt laut Buch in Deutschland weiterhin die Immobilienwerte.

In einigen Großstädten wie Frankfurt und München sind die Preise für Eigentumswohnungen in diesem Jahr zwar um 5,9 Prozent bis sieben Prozent gesunken, wie eine Analyse des Immobilienportals Scout24 AG zeigt. Dagegen gab es in Städten wie Berlin und Köln leichte Preissteigerungen.

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„Wohnraum ist sehr knapp, vor allem in den Großstädten. Und die Nachfrage steigt weiter an. Deshalb erwarten wir, dass die Preise zumindest stabil bleiben“, so Buch. „Seit den 1970er Jahren sind die Immobilienwerte in Deutschland nicht wirklich gesunken, sondern stetig gestiegen.“

In Bezug auf die Adler Group SA erklärte Buch, das finanzielle Engagement der Vonovia beim Unternehmen sei begrenzt. Die Größe des Adler-Portfolios und der niedrige Aktienwert könnten das Interesse von Buyout-Firmen anziehen. Buch wiederholte frühere Aussagen, dass Vonovia nicht an einer Übernahme von Adler interessiert sei.

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