Devisen: Die Rückkehr der Carry Trades: Währungswetten sind wieder attraktiv
Für Investoren war zuletzt lukrativ, sich in Yen zu verschulden und das Geld in den USA anzulegen.
Foto: ReutersFrankfurt. Für Investoren lohnt sich derzeit eine besondere Form von Währungsgeschäften. Sie verschulden sich in niedrig verzinster Währung und legen das Geld in hochverzinster Währung an. Ein solcher Carry Trade funktioniert, wenn der Wechselkurs der höher verzinsten Währung stabil bleibt oder zulegt. In diesem Fall profitieren die Anleger von Zinsdifferenzen und Wechselkursgewinnen.
Wie riskant solche Wetten jedoch sind, zeigte sich in der Finanzkrise und der Pandemie, wo Carry Trader hohe Verluste erlitten. Aktuell aber ist das Umfeld wieder günstig. „Der Carry Trade läuft wieder“, kommentierte jüngst Commerzbank-Devisenexperte Ulrich Leuchtmann.
Innerhalb der besonders stark gehandelten G10-Währungen, zu denen der US-Dollar, der Euro, der japanische Yen und das britische Pfund gehören, gibt es verschiedene Varianten. Eine besonders einfache Strategie besteht darin, sich Geld in den drei G10-Währungen mit den niedrigsten Zinsen zu leihen und es in den drei G10-Währungen mit den höchsten Zinsen anzulegen. Seit Ende 2020 war dies durchaus erfolgreich.
Allerdings ist die Strategie mit erheblichen Risiken verbunden. Ökonomen gehen eigentlich davon aus, dass Währungen mit hohen Zinsen tendenziell abwerten und ihr Zinsvorteil dadurch aufgezehrt wird. Von dieser Theorie kann es aber starke Abweichungen geben.