Global Risk: „Größte Quelle der Instabilität für die globalen Finanzmärkte“: Großbritannien auf dem Weg ins Abseits
Die Premieministerin Liz Truss im Berkeley Modular, in Northfleet, Großbritannien.
Foto: APLondon. Bislang war der wirtschaftspolitische Fehlstart der britischen Regierung um Premierministerin Liz Truss weitgehend ein Problem für Großbritannien. Seit dieser Woche sind die sogenannten „Trussonomics“ ein Risiko für die Weltwirtschaft.
Am Dienstagabend schickte der Internationale Währungsfonds (IWF) einen blauen Brief nach London, in dem er die „ungezielten“ fiskalpolitischen Maßnahmen der Regierung als inflationstreibend und unfair kritisierte und Truss zu einer Kehrtwende aufforderte.
Ein öffentlicher Tadel des IWF für die Regierung einer der führenden Wirtschaftsnationen ist außerordentlich selten. „Solche Aussagen sind eher in Bezug auf problematische Politikvorschläge in Schwellenländern üblich“, sagte der ehemalige IWF-Direktor Adnan Mazarei. Zuvor hatte bereits der ehemalige US-Finanzminister Larry Summers den wirtschaftspolitischen Kurs Londons als „unverantwortlich“ kritisiert und vor einem Vertrauensverlust für die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt gewarnt.
Mit seinem Plan, die Steuern insbesondere für Spitzenverdiener und Unternehmen um 45 Milliarden Pfund (rund 50 Milliarden Euro) zu senken und dafür deutlich mehr Schulden zu machen, hat der britische Finanzminister Kwasi Kwarteng Großbritannien innerhalb von wenigen Tagen zu einem Problemfall für die internationalen Finanzmärkte gemacht.