Nachhaltigkeit: Mehrweg-Pflicht belebt Start-up-Szene – Recup gewinnt Ikea als Kunden
Ab Januar 2023 müssen fast alle Restaurants, Cafés und Supermärkte auch Mehrwegverpackungen anbieten.
Foto: obsBerlin. Sushi, Salatbar, Burger oder Thai: In Deutschland werden jährlich 4,5 Milliarden Essensboxen, 5,8 Milliarden Getränkebecher und 2,7 Milliarden Wegwerfteller verbraucht, die laut Deutscher Umwelthilfe mehr als 190.000 Tonnen Abfall produzieren. Dazu kommt noch der enorme Verbrauch von Papier, Plastik und Aluminium.
Dem schiebt die Bundesregierung nun einen Riegel vor. Ab Januar müssen alle größeren Gastronomiebetriebe zusätzlich zu Einwegverpackungen aus Plastik und Getränkeeinwegbechern Mehrwegalternativen für Mahlzeiten und Getränke „to go“ anbieten.
Aktuell führen Start-ups wie Recup, Vytal und Relevo mit ihren über die vergangenen Jahre etablierten Mehrwegangeboten den Markt an. Ob auch die großen Supermarktketten wie Rewe und Edeka für ihre Salatbars großflächig auf eigene Systeme oder auf die der Start-ups setzen werden, ist bisher noch unklar.
Die meisten Kunden in Deutschland hat aktuell das 2016 in München gegründete Unternehmen Recup. Inzwischen zählt die Firma hierzulande knapp 13.000 Partner – laut Geschäftsführer Fabian Eckert „alles vom kleinen Café bis hin zu den Aral-Tankstellen oder Alnatura“. Ab Oktober nutzen auch alle 54 deutschen Ikea-Filialen das Recup-System, bei dem gegen eine Gebühr Getränkebecher und Schüsseln aus Kunststoff erworben, genutzt und dann zurückgegeben werden können.