Proteste im Iran: Gewalt, Regimesturz, Militärdiktatur, Demokratie: Vier mögliche Szenarien für die Zukunft des Iran
Die Unruhen in dem Land halten an. Wie könnte es in dem Land weitergehen?
Foto: APBerlin. Seit mehr als fünf Wochen rollt die Protestwelle im Iran, doch die Führung der Islamischen Republik bekommt den Aufstand nicht in den Griff. Dass Präsident Ebrahim Raisi kein Rezept gegen die Demonstrationen findet, liegt am Charakter der Proteste, die sich von früheren Massenbewegungen gegen das Regime unterscheiden.
Der Aufstand wird von jungen Leuten und besonders von jungen Frauen getragen, nährt sich aus allen sozialen Schichten und ethnischen Gruppen und ist dezentralisiert: Es gibt keine zentrale Führung der Proteste, die vom Regime ausgeschaltet werden könnte. Inzwischen zeichnen sich Szenarien für die Zukunft des Landes ab. Ein Überblick.
Einsatz massiver Gewalt: Bei den letzten schweren Protesten im Jahr 2019 ging das Regime den Weg der Gewalt und tötete innerhalb von zwei Wochen bis zu 1500 Menschen. Einige Hardliner fordern Raisi auf, auch die derzeitigen Proteste rücksichtslos niederzuschlagen. Allerdings wäre das keine dauerhafte Lösung. Neue Unruhen wären nur eine Frage der Zeit, denn der grundlegende Konflikt zwischen der jungen Generation und dem Regime um den 83-jährigen Revolutionsführer Ali Khamenei würde weiter bestehen.