Finanzmarkt: Warum Anleihe-Investoren Italien nach den Wahlen misstrauen
Die Ratingagentur Moody’s hat dem Land mit Herabstufung der Bonität in den Ramschbereich gedroht. Das belastete italienische Anleihen.
Foto: APFrankfurt . Es hätte schlimmer kommen können am italienischen Anleihemarkt. Knapp sieben Wochen nach der Wahl der neuen Regierung unter der äußerst rechten Ministerpräsidentin Georgia Meloni hat sich die Lage beruhigt.
Die Rendite der zehnjährigen italienischen Staatsanleihe liegt mit nur noch knapp 4,2 Prozent deutlich unter dem Niveau von fast fünf Prozent kurz nach der Wahl Melonis.
Dabei hatten Investoren in großem Stil italienische Staatsanleihen verkauft, seit sich im Sommer der Bruch der von Ex-EZB-Chef Mario Draghi geführten Regierungskoalition abgezeichnet hatte. Im Gegenzug zu den fallenden Anleihekursen stiegen die Renditen und damit die Refinanzierungskosten des ohnehin hochverschuldeten italienischen Staates.
Gleichzeitig stiegen die Renditeabstände zehnjähriger italienischer Anleihen im Vergleich zu deutschen Bundesanleihen – auf bis zu 2,5 Prozentpunkte und damit auf den höchsten Stand seit Mai 2020.
Auch diese Risikoaufschläge sind jedoch wieder deutlich auf zwei Prozentpunkte gesunken. Dennoch misstrauen Investoren italienischen Anleihen weiterhin. Das zeigt ein Blick auf die Leerverkäufe der Staatspapiere.
Leerverkäufe für 42 Milliarden Euro
Nach Daten von S&P Global Intelligence haben sich Investoren auch noch im November mehr als 42 Milliarden Dollar geliehen, um damit gegen Italien zu spekulieren. Das Niveau der Wetten gegen Italien liegt seit dem Zeitpunkt kurz vor der Wahl Melonis unverändert bei über 40 Milliarden Dollar und damit auf dem höchsten Stand seit der Finanzkrise 2008.