Insight-Report: Wie die VTB Europe einen Bank-Run überlebte
Was die Manager ab 2024 machen, ist noch offen.
Foto: dpa, Imago, VTB [M]Frankfurt. Als Miro Zadro am 24. Februar um 6.45 Uhr auf sein Handy blickt, leuchtet das gesamte Display grün. „They invaded“ steht in der ersten WhatsApp-Nachricht, die der Finanzchef der VTB Bank Europe liest. „Wir sehen uns heute vermutlich nicht mehr“, sagt Zadro seiner Frau – und macht sich auf den Weg ins Büro.
Für die europäische Tochter des zweitgrößten russischen Geldhauses beginnt ein Überlebenskampf, der zu den spannendsten Geschichten im deutschen Bankensektor 2022 zählt. Zadro stehen die schwierigsten Monate seines Berufslebens bevor.
In der Zentrale der Bank im Frankfurter Westend blickt der 44-Jährige an jenem Donnerstagmorgen in zahlreiche verzweifelte Gesichter. „In der Bank waren alle geschockt. Viele Leute auf den Fluren hatten Tränen in den Augen. Niemand konnte fassen, was passiert ist“, erzählt Zadro heute. „Etwa ein Drittel unserer Mitarbeiter sind russische Staatsbürger, aber niemand von ihnen war für den Krieg.“ In einigen Büros arbeiten Ukrainer und Russen täglich Tisch an Tisch zusammen.