Ukraine-Krieg: Der Zusammenbruch von Russlands Wirtschaft droht
Die russische Wirtschaft steht laut offiziellen Zahlen besser da als erwartet, doch der Blick auf die Details offenbart Abgründe.
Foto: IMAGO/ITAR-TASSBerlin. In Russlands Wirtschafts- und Finanzwelt herrscht längst eine Bunkermentalität. Im wahrsten Sinne trifft sich die russische Regierung jetzt regelmäßig im Untergrund, um die ökonomische Lage des Landes zu beraten. Im Sitzungssaal der „Bunker“ genannten Anlage steht – so versichern russische Beamte – ein riesiger 180-Grad-Bildschirm. Auf großen Schaubildern ist dort die Lage der russischen Volkswirtschaft zu sehen – mit vielen roten Zahlen.
Die Lage mehrerer Wirtschaftszweige gilt als extrem kritisch: Die Versorgung mit Mikrochips und IT-Hardware ist schlecht, die Lage des russischen Flugzeugbaus und der Autoindustrie mangels Teilen und Maschinen auch. Alles Folgen des von Russland angezettelten Kriegs gegen die Ukraine.
Die Regierung von Wladimir Putin verkündet zwar offiziell ein nur um knapp über drei Prozent geschrumpftes Bruttoinlandsprodukt und damit ein besseres Ergebnis als zu Kriegsbeginn erwartet. Auch die Weltbank hat am Dienstag gerade ihre Prognose für 2023 leicht angehoben: Demnach soll die russische Wirtschaft im laufenden Jahr nur noch um 3,3 Prozent schrumpfen. Doch Stimmen von Ökonomen und detaillierte Wirtschaftsdaten lassen eine andere Bewertung realistisch erscheinen.