Demografischer Wandel: 7000 Euro Prämie pro Kind – Wie Japan Großstädter aufs Land locken will
Im Großraum der japanischen Häuserstadt drängen sich mehr als 30 Millionen Menschen – und es werden mehr.
Foto: APTokio. Stadtflucht soll sich, wenn es nach Ministerpräsident Fumio Kishida geht, in Japan künftig richtig lohnen. Im Kampf gegen den Bevölkerungsschwund auf dem Land erhöht die Regierung die Starthilfe für alle, die aus der Hauptstadt Tokio und ihren Vororten in strukturschwache Regionen ziehen. Neben einer Grundförderung gibt es statt 300.000 Yen wie bislang in Zukunft eine Million Yen (7000 Euro) pro Kind.
Damit kann eine vierköpfige Großstadtfamilie bis zu umgerechnet 21.000 Euro bekommen, wenn sie aufs Land umsiedeln möchte. Die Bedingungen: Wenigstens eine Person muss einen Arbeitsplatz vorweisen, damit die ohnehin geschwächten Regionen nicht zusätzlich mit Sozialabgaben belastet werden. Und die Empfänger müssen sich verpflichten, mindestens fünf Jahre vor Ort zu bleiben.
Die Prämie ist Teil eines Schlüsselprojekts Kishidas für Japans strukturschwache Gebiete, der Förderung „digitaler Gartenstädte“. Takemasa Kaneko, im Kabinettsamt zuständig für das Programm, erklärt die wachsende Generosität der Regierung. „Wir wollen die Bevölkerungskonzentration im Großraum Tokio korrigieren und den Mangel an kleinen und mittleren Unternehmen auf dem Land beheben“, sagt er. „Das System bietet nun eine finanzielle Unterstützung, um die Migration zu fördern.“