Commerzbank: Das sagt der Firmenkundenchef zu den Risiken im China-Geschäft
Firmenkundenchef Michael Kotzbauer ist das letzte verbliebene Urgestein im Commerzbank-Vorstand.
Foto: Commerzbank AGFrankfurt. Die Commerzbank überprüft ihr China-Geschäft angesichts wachsender Spannungen mit dem Westen. „Wir sehen uns genau an, wie wir in der Region aufgestellt sind und ob es Themen gibt, die wir adressieren müssen“, sagte Firmenkundenvorstand Michael Kotzbauer dem Handelsblatt. „Bei uns als Bank geht es dabei vor allem um eine möglichst unabhängige IT-Landschaft sowie um die Steuerung von Risiken.“
In diesem Zusammenhang diskutiere Deutschlands zweitgrößte Privatbank auch mit ihren Firmenkunden darüber, wie sich diese global breiter aufstellen können. „China wird ein wichtiger Markt für deutsche Unternehmen bleiben, aber wir müssen einseitige Abhängigkeiten reduzieren“, sagte Kotzbauer.
Im laufenden Jahr erwartet der Firmenkundenchef, dessen Vertrag gerade bis 2028 verlängert wurde, trotz der Wirtschaftsabkühlung ein wachsendes Kreditgeschäft. Die Investitionstätigkeit werde im Jahresverlauf anspringen. Darüber hinaus müssten zahlreiche Infrastrukturprojekte finanziert werden.
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Herr Kotzbauer, die deutsche Konjunktur trübt sich ein, weltweit gibt es zahlreiche Konfliktherde. Wie blicken Ihre Firmenkunden auf das Jahr 2023?
2023 wird kein einfaches Jahr. Beim Krieg in der Ukraine ist kein Ende in Sicht, auf globaler Ebene gibt es zahlreiche Spannungen. Die Unsicherheit ist groß. Positiv stimmt mich jedoch, dass die meisten deutschen Firmen heute widerstandsfähiger sind als vor drei oder vier Jahren. Diese Resilienz hat der deutsche Mittelstand in Krisenlagen übrigens schon oft unter Beweis gestellt.