Frankreich: Macron sieht sein Land in der „Kriegswirtschaft“ – Rüstungsfirmen profitieren
Die Auftragsbücher der Rüstungsfirmen in Frankreich sind voll.
Foto: AFPParis, Cholet. Cholet liegt in der Mündungsregion der Loire, idyllisch umgeben von Weiden und Feldern. Ein Teil der westfranzösischen Kleinstadt allerdings ist für Naturfreunde gar nicht zugänglich. Es ist militärisches Sperrgebiet.
Ingenieure des Rüstungskonzerns Thales entwickeln hier Technologie für die elektronische Kriegsführung. Dazu zählen abhörsichere Funkausrüstungen, Geräte zur Störung feindlicher Signale oder tragbare Bodenstationen für eine Satellitenverbindung.
Und das Geschäft brummt. Thales, laut dem schwedischen Friedensforschungsinstitut Sipri das drittgrößte Rüstungsunternehmen der Europäischen Union und die Nummer 14 weltweit, will in Cholet 70 Millionen Euro in ein neues Werk investieren.
Vorsichtshalber hat sich der Konzern für künftige Erweiterungen schon mehrere Hektar Land reserviert. Im Dezember erhielt Thales von der französischen Armee den Auftrag für ein neues Hochgeschwindigkeits-Netzwerk, mit dem sich die Truppen im Einsatz vernetzen sollen.
Von dem Auftrag profitiert auch der Standort Cholet, der damit beispielhaft für das Wachstum der gesamten französischen Verteidigungsindustrie steht. Die Rüstungsfirmen im Nachbarland leben nicht zuletzt von der Nachfrage des französischen Staates. Und die zieht seit dem russischen Angriff auf die Ukraine stark an.