1. Startseite
  2. Politik
  3. International
  4. Bürgerkrieg: Kurden und Regierungskräfte kämpfen in Syrien erneut

BürgerkriegKurden und Regierungskräfte kämpfen in Syrien erneut

Erst in Aleppo, jetzt die Gegend westlich des Euphrats – die syrische Armee bringt immer mehr kurdische Gebiete unter ihre Kontrolle. Doch es kommt weiterhin zu Gefechten. 17.01.2026 - 14:46 Uhr Artikel anhören
Syrische Soldaten: Sie fahren Richtung Dair Hafir. Die Armee hat die Kontrolle über Orte nahe der nordsyrischen Stadt Aleppo von kurdischen Kräften übernommen. Foto: Ghaith Alsayed/AP/dpa

Aleppo. Südöstlich der syrischen Millionenstadt Aleppo ist es zu erneuten Gefechten zwischen kurdischen Milizen und Regierungstruppen gekommen. Die kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) meldeten, dass es bei Dibsi Afnan zu Zusammenstößen gekommen sei.

Sie warfen der Übergangsregierung einen „hinterhältigen Angriff“ vor. Die syrische Armee ihrerseits erklärte, ihre Truppen in Dibsi Afnan seien angegriffen worden.

Vorausgegangen war den erneuten Auseinandersetzungen eine Ankündigung der SDF, sich nach Tagen der Gefechte aus dem Gebiet zurückziehen. Die Vereinbarung dazu sah nach kurdischen Angaben eine Feuerpause von 48 Stunden vor.

Die Übergangsregierung sei jedoch vor dem vollständigen Abzug mit Militärkonvois, schweren Waffen und Panzern angerückt. Die Regierungstruppen hätten SDF-Kämpfer angegriffen. Dabei sollen mehrere von ihnen getötet worden sein.

Kurden in Syrien unterdrückt

Die syrische Armee erklärte hingegen, Kämpfer der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) hätte das Militär angegriffen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete. Dabei wurden nach Armeeangaben zwei Soldaten getötet.

Die Übergangsregierung wirft den SDF vor, Anhänger der gestürzten Assad-Regierung sowie PKK-Mitglieder zu dulden. Das Militär erklärte das Gebiet westlich des Flusses Euphrat zur militärischen Sperrzone. Zuvor hatte es bereits verkündet, die Kontrolle über wichtige Orte in der Gegend übernommen zu haben.

Syrien

Wie es mit dem Wiederaufbau wirklich aussieht und vorangeht

Nach anhaltenden Spannungen zwischen Kurden und der Übergangsregierung hatte Interimspräsident Ahmed al-Scharaa am Freitagabend ein Dekret unterzeichnet, das die syrischen Kurden als integralen Teil des syrischen Volkes anerkennt. Das Gesetz garantiert deren kulturelle und sprachliche Identität, erlaubt den Unterricht der kurdischen Sprache in Schulen und hebt diskriminierende Maßnahmen aus der Vergangenheit auf. Zudem wurde das Neujahrsfest Nowruz zum offiziellen Feiertag erklärt.

Die Kurden sind die größte Minderheit in Syrien. Unter der jahrzehntelangen, Ende 2024 gestürzten Assad-Herrschaft waren sie weitläufigen Diskriminierungen ausgesetzt. Während des Bürgerkrieges haben sie sich im Nordosten des Landes eine Selbstverwaltung aufgebaut.

Verwandte Themen
Syrien
Rüstungsindustrie

Eigentlich sollten die zivilen und militärischen Institutionen nach einem im März geschlossenen Abkommen in die staatliche Ordnung eingegliedert werden. Dies ist aber bis heute nicht umgesetzt worden.

dpa
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt