Telemedizin: Eine Dosis KI für den Notarzt
Mithilfe von digitaler Assistenz sollen Sanitäter und Notfallmediziner von einem Telenotarzt aus der Ferne unterstützt werden.
Foto: dpaKöln. Atemnot – und nun? Eine häufige Situation im Rettungsdienst: Der Patient bekommt kaum Luft, die Vitalparameter verschlechtern sich. Doch auf dem Weg hin zu einer Verdachtsdiagnose und den wichtigsten Therapieschritten müssen sich Sanitäter und Notfallmediziner vorsichtig durch Fragen, Untersuchungen und Interpretation der Daten vorarbeiten. In Aachen erprobt ein interdisziplinäres Forschungsprojekt nun, ob Künstliche Intelligenz (KI) in den ersten hektischen Minuten eines Einsatzes helfen könnte.
Der digitale Assistent unterstützt dabei aus der Ferne – und soll den in der Region bereits etablierten Telenotarzt begleiten. Schon seit 2014 können sich Rettungsteams aus der Stadt und einigen Landkreisen mit einer Art Leitstelle verbinden lassen. Der Notarzt dort sieht die Livedaten aus EKG, Pulsoxymeter oder Beatmungsgerät und ist über Bild und Ton mit der Besatzung verbunden. Über 40.000 Einsätze sind so digital begleitet worden. Die Daten bilden jetzt die Grundlage, um Algorithmen zu trainieren.
Vorschläge für Verdachtsdiagnose und Versorgung
Sowohl medizinisch als auch einsatztaktisch könnte die KI die Telenotärzte unterstützen, die manchmal bis zu drei Einsätze nahezu parallel bearbeiten. Das Programm gleicht die laufenden Eingaben des Telenotarztes in dem Dokumentationssystem mit Erfahrungswerten aus der Datenbank ab. „Wir versuchen, mit der gesammelten Einsatzerfahrung ein System zu füttern, das bei den Entscheidungen für Diagnose und Therapie helfen kann“, sagt Hanna Schröder, Notärztin und stellvertretende Leiterin des Aachener Instituts für Rettungsmedizin und zivile Sicherheit (ARS).