Glas, LNG, Styrol: Alarmsignal Nischenrohstoffe: Fünf Märkte zeigen, wie Chinas Erholung stockt
Die letzten Kilometer zu den Verbrauchern wird katarisches und australisches Flüssiggas oft per Truck transportiert.
Foto: ReutersFrankfurt. An den Terminmärkten für so unterschiedliche Produkte wie Glas, Styrol und Maisstärke häufen sich die Anzeichen dafür, dass sich die Volksrepublik nicht so schnell erholt, wie viele gehofft hatten. Ende des vergangenen Jahres hatte Peking die Coronabeschränkungen aufgehoben.
Glas
Auf China entfällt mehr als die Hälfte der weltweiten Flachglasproduktion, was auf das rasante Wachstum beim Hochhausbau und dem Fahrzeugabsatz in den vergangenen Jahrzehnten zurückzuführen ist. Wie in anderen Industriezweigen auch machen niedrige Gewinnspannen und Lieferengpässe den Herstellern seit Jahren zu schaffen. In den vergangenen Monaten kam es vor diesem Hintergrund zu Produktionseinschnitten.
An der Zhengzhou Commodity Exchange sind die Terminpreise für Glas im vergangenen Monat dennoch um fast 20 Prozent eingebrochen. Normalerweise zieht die Nachfrage in dieser Zeit des Jahres an. Druck auf den Markt bringt unter anderem der schwächelnde chinesische Immobilienmarkt und die schwächer als erwartet ausgefallene Fahrzeugproduktion im April.
Lkw-LNG
Chinas enormer Erdgasbedarf wird auf dem Seeweg von weit entfernten Lieferanten wie Katar und Australien gedeckt beziehungsweise über Pipelines, die sich über ganz Asien erstrecken. Die letzten Kilometer zu den Verbrauchern indessen werden oft mit Lastwagen zurückgelegt, die Flüssiggas kreuz und quer durch Chinas Städte fahren. Das so gelieferte Gasvolumen ist ein Barometer für den unmittelbaren Bedarf von Industrieunternehmen wie zum Beispiel Glas- und Keramikfabriken.