Wärmewende: Fernwärme macht Wärmepumpe oft überflüssig
Der Einbau einer Wärmepumpe ist mit hohen Kosten verbunden.
Foto: dpaBerlin. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will die Fernwärmenetze in Deutschland deutlich ausbauen. Am Montag kündigte der Wirtschaftsminister an, dass künftig jährlich 100.000 Gebäude an bestehende oder neue Wärmenetze angeschlossen werden sollen.
Wärmenetze seien „sehr wichtig, um die Bürgerinnen und Bürger mit bezahlbarer, erneuerbarer Wärme zu versorgen und zugleich unsere Klimaschutzziele zu erreichen“, sagte Habeck nach einem Treffen mit Vertretern von 30 Verbänden.
Aktuell werden in Deutschland sechs von 43 Millionen Haushalten mit Fernwärme versorgt, was einem Marktanteil von 14 Prozent entspricht. Dieser Anteil dürfte mit Habecks Ausbauplan nun deutlich steigen. Andere Länder sind allerdings schon weiter. In Dänemark liegt der Fernwärmeanteil bereits bei rund 65 Prozent.
Die Stadtwerke, die 90 Prozent der Wärmenetze in Deutschland betreiben, sind mit Blick auf den Ausbau dennoch zuversichtlich. „Wir halten eine Verdreifachung des Marktanteils der Fernwärme bis 2045 für denkbar“, sagte Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), dem Handelsblatt.
Das Thema spielt auch in der Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) eine Rolle: Denn auch Wärmenetze sollen in den nächsten Jahren klimaneutral werden – indem sie zentral mit Wärme unter anderem aus Geothermie- oder Biomassekraftwerken gespeist werden.