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EnergieproduktionRegierung stärkt Fusionsforschung – Durchbruch erst in Jahrzehnten erwartet

Die Ampel-Regierung will mit einer stärkeren Förderung der Fusionsforschung künftig die Energieprobleme lösen. Das dürfte allerdings noch einige Jahrzehnte dauern. 22.06.2023 - 13:28 Uhr Artikel anhören

Die Ministerin stellte heute das Positionspapier Fusionsforschung vor.

Foto: AP

Berlin. Forschungsminister Bettina Stark-Watzinger will die Fusionsforschung in Deutschland stärken und dabei Schwerpunkte verschieben. „Die Fusionsenergie ist eine riesige Chance, dass wir alle unsere Energieprobleme lösen“, sagte die FDP-Politikerin am Donnerstag in Berlin.

Allerdings bremste Sibylle Günter, Wissenschaftliche Direktorin des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik, Hoffnungen auf einen schnellen Durchbruch. Erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts dürfte die Fusion wirklich in größerem Maßstab zur Energieproduktion beitragen, sagte sie. Ein erster Reaktor, der als Prototyp ans Netz angeschlossen wird, werde derzeit für 2045 erwartet.

Die riesigen Möglichkeiten der Technologie rechtfertigten aber eine Förderung. Einige Firmen wie Marvel Fusion hatten von einem ersten Reaktor bereits 2033 gesprochen.

Neben der Förderung etwa der internationalen Iter-Fusionsanlage in Frankreich will Stark-Watzinger nun Fusionsforschung sowohl auf Magnet- als auch Laserbasis verstärken. Konkrete Beträge nannte sie nicht und verwies auf die laufenden Haushaltsverhandlungen für 2024.

„Deutschland ist aber in einer Pool-Position“, sagte sie. Firmen und Wissenschaft hätten viele der nötigen Technologiebestandteile für einen Reaktorbau. Sie bezeichnete die sogenannte Wendelstein 7-X-Experimentieranlage zur Erforschung der Kernfusionstechnik des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik IPP in Greifswald als „Meilenstein“ in der Magnetfusionsforschung. Günther sagte, man wolle die Strategie ändern und für einen Prototyp-Bau nicht mehr auf Erfolge beim Großprojekt Iter warten.

Angeheizt wird die Debatte durch Erfolge von Forschern des Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien. Diesen war nach Angaben des US-Energieministeriums am 05. Dezember erstmals mit Hilfe von Lasern eine Kernfusion gelungen, bei der mehr Energie abgegeben als verbraucht wurde.

Bei der Kernfusion verschmelzen Atome bei Temperaturen von 100 Millionen Grad oder mehr. Dabei wird enorme Energie frei, die anders als bei der Kernspaltung keine radioaktive Strahlung erzeugt.

„Aus einigen Millionen an Privatinvestitionen sind in wenigen Jahren Milliarden geworden“, sagte Stark-Watzinger. Weltweit seien 40 Unternehmen auf dem Feld aktiv, davon vier Startups in Deutschland.

rtr
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