Neuro-Chips: Die Hardware der Zukunft für KI könnte aus Europa kommen
Netzwerke aus elektronischen Neuronen und Synapsen könnte die KI revolutionieren.
Foto: Moment/Getty ImagesMünchen, Paris. Alice Mizrahi orientiert sich bei ihrer Arbeit zur Künstlichen Intelligenz (KI) am Zentrum der menschlichen Intelligenz: „Unsere Inspiration ist die Funktionsweise des Gehirns mit Nervenzellen und Synapsen“, sagt Mizrahi, die durch ein gemeinsames Labor der französischen Forschungsorganisation CNRS und des Thales-Konzerns in einem Vorort von Paris führt.
„Viele Leute betrachten Künstliche Intelligenz mit Blick auf Algorithmen, die sich auf klassische Computerchips stützen“, sagt sie. „Wir arbeiten an neuromorphen Chips, die einem Netz von Nervenzellen nachempfunden sind.“
Die Hoffnung ist, bis Ende des Jahrzehnts eine Technologie zum Einsatz zu bringen, deren Rechenleistung viel weniger Energie als die bisherigen KI-Prozesse verbraucht. Europäische Unternehmen wie Thales sind bei der Entwicklung vorn dabei – die nächste Generation der KI-Halbleiter könnte aus Europa kommen und die Marktmacht des US-Konzerns Nvidia brechen.
Künstliche Intelligenz: Abkehr von der klassischen Chiparchitektur
Neuromorphe Chips sind eine grundlegende Abkehr von einem seit Jahrzehnten bewährten Prinzip. Ob Smartphone, PC oder Supercomputer – die heutige Informationstechnik basiert auf einem Verfahren, das der Universalgelehrte John von Neumann in den 1940er-Jahren maßgeblich entworfen hat.