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GeldanlageWie Sie vom Megatrend Wärmepumpen profitieren können

Weltweit setzen Regierungen auf emissionsarme Heizungen. Das treibt die Geschäfte von Wärmepumpen-Herstellern und -zulieferern an – und bewegt auch deren Aktien.Dirk Wohleb 02.08.2023 - 16:00 Uhr Artikel anhören

Zwischenzeitlich sorgt das geplante Heizungsgesetz der Bundesregierung für etwas Zurückhaltung. Das könnte sich aber bald wieder ändern.

Foto: dpa

Köln. Kaum ein Thema hat in den vergangenen Monaten die Menschen so polarisiert wie das Heizungsgesetz. Im Blickpunkt stehen Wärmepumpen, die Immobilien klimafreundlich beheizen. Eine Technologie mit Potenzial: 2022 ist ihr Absatz in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 53 Prozent gestiegen.

Die EU will mit dem „REPowerEU-Plan“ die Energiewende vorantreiben, um den Gas- und Stromverbrauch zu senken. Bis 2045 soll so die Klimaneutralität erreicht sein. Denn Gebäude sind für rund ein Drittel des Endenergiebedarfs verantwortlich, damit ein Hauptverursacher von CO2-Emissionen.

Aktuell sorgt das geplante Heizungsgesetz der Bundesregierung allerdings wieder für Zurückhaltung: Die Vorgaben für Wärmepumpen sollen nur dann gelten, wenn ein Anschluss an das Fernwärmenetz nicht möglich ist. Und das auch erst dann, wenn die Kommune am Wohnort einen sogenannten Wärmeplan erstellt hat. Deswegen beobachten Experten, dass Immobilienbesitzer die Details für die Förderung abwarten, die noch nicht feststehen.  

Dennoch gehört Wärmepumpen die Zukunft, davon ist Nedim Kaplan, Fondsmanager bei der Gesellschaft Ökoworld, überzeugt: „Die Umstellung auf klimafreundliche Heizmöglichkeiten ist ein Trend, den wir in vielen Regionen der Erde beobachten.“

In den USA sei der Anteil von Wärmepumpen im Vergleich zu Europa noch sehr gering, aber die Nachfrage zieht durch Förderprogramme wie den Inflation Reduction Act deutlich an. „Die Nachfrage in China und Japan hat ebenfalls mit Blick auf die Klimaziele und den ökonomischen Erwägungen enormes Potenzial“, sagt Kaplan.

Wärmepumpen und umweltfreundliche Heizungen generell sind auch für Anleger interessant. Sie können in Umweltfonds oder auch in Unternehmen investieren, die am Markt der Wärmepumpen gut aufgestellt sind. Welche Firmen besonders stark vom Boom profitieren können. 

Wärmepumpen: Nibe hat seine Position durch Zukäufe gestärkt

Das schwedische Unternehmen zählt zu den führenden Herstellern von energieeffizienten Heizsystemen wie Wärmepumpen. „Nibe hat seine Wettbewerbsposition in den zurückliegenden Jahren durch Akquisitionen unter anderem in Frankreich und Deutschland gestärkt“, erklärt Kaplan.

Im Juni hat Nibe das niederländische Unternehmen Climate for Life übernommen, das sich auf Energieeffizienz in den Bereichen Heizung, Kühlung, Warmwasser sowie Lüftungs- und Steuerungstechnik spezialisiert hat. Dadurch verbessert Nibe seine Marktposition.

Die Aussichten sind gut: Analysten gehen davon aus, dass sich der Nettogewinn des Unternehmens in den kommenden Jahren mehr als verdoppeln kann. 

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 33,7 sind Aktien von Nibe nicht billig. Tritt das erwartete Wachstum ein, ist die Bewertung gerechtfertigt. Das Unternehmen ist einer der wichtigsten Profiteure des Booms bei Wärmepumpen.

Von 14 Analysten empfehlen vier die Aktie zum Kauf, sieben zum Halten und drei zum Verkauf. Ihr Kursziel liegt bei 121,7 Schwedischen Kronen. Das bedeutet ein Kurspotenzial von rund 30 Prozent.  

Carrier Global: Der Viessmann-Käufer

Ein weiterer wichtiger Hersteller von Wärmepumpen ist in den USA ansässig. Carrier Global betreibt 51 Werke und 39 Forschungs- und Entwicklungszentren weltweit mit über 53.000 Mitarbeitern.

Das Unternehmen hat durch die Übernahme des deutschen Energiespezialisten Viessmann für Schlagzeilen gesorgt. Ein Schritt, den Fondsmanager Kaplan positiv einschätzt: „Carrier Global hat durch die Übernahme von Viessmann Expertise und Zugang nach Europa erhalten.“  

Laut Prognose von Carrier Global soll sich der europäische Markt für Wärmepumpen zwischen 2022 und 2027 auf 15 Milliarden Dollar verdreifachen. Das entspricht einem Wachstum von durchschnittlich 25 Prozent pro Jahr. Dabei kann Carrier auf die 75.000 Installateure von Viessmann bauen. Das ist ein strategischer Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz.

Auch bei Carrier Global rechnen Analysten mit steigenden Umsätzen und Gewinnen. Allerdings sind die Prognosen weniger ambitioniert als bei Nibe. Entsprechend ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 im Vergleich zu Nibe moderat bewertet.

Von 24 Analysten empfehlen elf die Aktie zum Kauf, 13 sind neutral gestimmt. Das Kursziel liegt bei 51,38 US-Dollar und damit unterhalb der aktuellen Notierung.

Kaori Heat: Zulieferer für Wärmepumpen aus Taiwan

Auch die Zulieferer der Wärmepumpenhersteller profitieren vom Boom der umweltfreundlichen Heizungen. Fondsmanager Kaplan von Ökoworld nennt Kaori Heat als Beispiel. Die Taiwanesen stellen Wärmetauschplatten her, die in Wärmepumpen zum Einsatz kommen.

Der Anteil der Wärmetauschplatten am gesamten Umsatz liegt bei knapp 55 Prozent. Darüber hinaus stellt Kaori Heat auch Komponenten für Klimageräte her, Brennstoffzellen sowie Wärme- und Kälteaggregate. Alle diese Segmente glänzen mit starken Zuwächsen. 

Das starke Wachstum des Unternehmens spiegelt sich einer ambitionierten Bewertung wider: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 53.

Aus Sicht der Analysten ist das Wachstum gleichwohl bisher nicht eingepreist. Ihr Kursziel liegt im Schnitt bei 482,25 Taiwan-Dollar. Das entspricht einem Potenzial von rund 20 Prozent. Vier raten zum Kauf der Aktie, ein Analyst stuft die Aktie mit Halten ein.  

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Erstpublikation: 31.07.2023, 15:00 Uhr.

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