Clinomic: Intensivmediziner sammeln 16 Millionen Euro ein
Noch schreibt das Unternehmen Verluste.
Foto: UnternehmenKöln. Nirgendwo im Krankenhaus fallen so viele Live-Daten an wie auf der Intensivstation. Hier werden Menschen in oft lebensbedrohlichen Zuständen versorgt. Umso wichtiger ist es, dass die verschiedenen Werte des Patienten, wie die Herzfrequenz, die Sauerstoffsättigung im Blut oder das Atemvolumen, übersichtlich dargestellt werden.
Doch genau das ist oft noch nicht der Fall, stellten die beiden Mediziner Lukas Martin und Arne Peine nach ihrem Studium auf der Intensivstation fest. „Ein großer Teil der Behandlung erfolgt heute noch mit Stift und Papier“, sagt Peine.
Er und Martin träumten von einem Gerät, das die Daten von Intensivpatienten sortiert, und stießen bei ihrem Chef Gernot Marx, der bis heute die Intensivmedizin am Universitätsklinikum Aachen leitet, auf offene Ohren. Gemeinsam gründeten sie 2019 das Unternehmen Clinomic. In einer Finanzierungsrunde haben die Mediziner nun 16 Millionen Euro eingesammelt, wie Handelsblatt Inside vorab erfuhr.
Das Gerät bietet nicht nur einen Überblick über Patientendaten, sondern kann auch Intensivmediziner des Aachener Start-ups zuschalten.
Foto: UnternehmenDas Kernprodukt von Clinomic ist das Medizingerät „Mona“ – ein All-in-One-Monitor mit Kamera, Mikrofonen und Chips der US-Firma Nvidia. Es bündelt die Daten von Intensivpatienten für das Klinikpersonal. Doch Clinomic bietet nicht nur Medizintechnik, sondern auch Beratung. Über „Mona“ können sich Aachener Clinomic-Intensivmediziner auf die Intensivstation eines Kundenkrankenhauses schalten und Tipps zur Behandlung geben. Finanziert durch Förderprogramme, steht das Mona-Gerät inzwischen in Krankenhäusern in Rumänien, Spanien oder Griechenland.