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Märkte InsightEin heißer Herbst für Firmenbonds steht bevor

Unternehmen drängen mit neuen Anleihen an den Markt. Die Investoren greifen gerne zu. Das ist ein gutes Zeichen.Andrea Cünnen 30.08.2023 - 18:17 Uhr
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Andrea Cünnen ist Redakteurin im Finanzressort.

Foto: dpa

Die Sommerpause ist offiziell zu Ende. Nach dem Feiertag, den die Briten traditionell an das letzte Wochenende im August hängen, wagen sich Banken und Industrieunternehmen wieder an den Kapitalmarkt. Am vergangenen Dienstag wurden Anleihen im Umfang von elf Milliarden Euro platziert, am Mittwoch folgten Emissionen mit einem ähnlichen Umfang. So viele neue Euro-Bonds gab es in so kurzer Zeit seit Ende Juni nicht mehr. Und alle Anleihen waren bei Investorinnen und Investoren gefragt.

So bekam der französische Versorger Engie am Dienstag für seine Anleihen mit einem Nennwert von insgesamt drei Milliarden Euro Kaufaufträge für mehr als 6,7 Milliarden Euro. Der spanische Telefonkonzern Telefónica konnte sich für seine 750 Millionen Euro schwere Anleihe über Orders für mehr als 2,7 Milliarden Euro freuen, und Anleihen von Unternehmen wie British Telecom oder Philips waren zumindest doppelt überzeichnet. Gleiches galt für Anleihen von Banken wie zum Beispiel Nordea, Banco Sabadell oder Sydbank.

Dass die Unternehmen kein Problem haben, so viel Geld bei Anleiheinvestoren einzusammeln, ist ein gutes Zeichen und ein Indiz dafür, dass Anleger mit Blick auf die Zinsentwicklung nicht mehr so verunsichert sind. Das zeigte sich am Dienstag auch an den Aktienmärkten.

Obwohl die im Oktober im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Prozent gestiegene deutsche Inflationsrate zeigte, dass der Kampf gegen die hohen Teuerungsraten noch nicht gewonnen ist, hielten sich die Börsen recht gut. Deutschlands Leitindex Dax schloss 0,2 Prozent im Minus bei 15.892 Punkten.

Investoren an den Aktien- und den Anleihemärkten müssen sich zwar weiter darauf einstellen, dass die US-Notenbank (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) abhängig von wirtschaftlicher Entwicklung und Inflation die Leitzinsen weiter anheben. Das haben Fed-Chef Jerome Powell und EZB-Chefin Christine Lagarde Ende vergangener Woche auf der internationalen Notenbankkonferenz in Jackson Hole deutlich gemacht.

Letztlich betreiben die Notenbanken aber nur noch „Finetuning“ wie es Ann-Katrin Petersen, Kapitalmarktstrategin bei Blackrock ausdrückt. Der Zinsgipfel sei in Sicht oder womöglich schon erreicht.

Attraktive Zinskupons

Dabei sind mit den Leitzinsen der Notenbanken auch die Verzinsungen von Anleihen jetzt schon so weit gestiegen, dass sie nach Ansicht von Petersen „sowohl in taktischer als auch in strategischer Hinsicht“ attraktiv sind. In „taktischer Hinsicht“ bedeutet, dass kurzfristig keine großen Kursverluste zu befürchten sind. „Strategisch“ heißt, dass Anleihen angesichts der deutlich gestiegenen Renditen jetzt für langfristig denkende Investoren interessant sind.

So ist die Rendite für Anleihen von Banken und Industrieunternehmen mit guter Bonität bei einer Laufzeit von im Schnitt fünf Jahren auf 4,3 Prozent gestiegen. Vor zwei Jahren und damit vor den Zinserhöhungen der Notenbanken lag die Rendite im Schnitt bei historisch niedrigen 0,1 Prozent.

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Interessant für Investoren an neuen Anleihen sind die Zinskupons von vier Prozent und mehr, die deutlich höher ausfallen als bei Bonds, die schon länger ausstehen. Die Renditen, die sich aus dem Zusammenspiel von Zinsen und Kursen ergeben, sind zwar für neue Anleihen nur etwas höher als für schon länger ausstehende Papiere. Doch die Zinsen werden jährlich ausgeschüttet und hohe, jährliche Zinszahlungen sind für viele Investoren attraktiv.

Solche attraktiven Zinskupons dürfte es laut Experten auch in nächster Zeit noch eine ganze Menge geben. Die Analysten der DZ Bank stellen sogar einen „heißen Herbst“ am Markt für neue Anleihen in Aussicht.

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