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ChinaPeking verbietet hochrangigem Hongkong-Banker wohl die Ausreise

Der Investmentbanker Charles Wang Zhonghe darf einem Medienbericht zufolge China nicht verlassen. Der Fall dürfte Geschäftsreisende in der Region verunsichern.Martin Benninghoff 26.09.2023 - 15:49 Uhr Artikel anhören

Ein hochrangiger Banker der japanischen Bank darf China offenbar nicht mehr verlassen.

Foto: Bloomberg

Düsseldorf. Die chinesischen Behörden haben offenbar ein Ausreiseverbot gegen Charles Wang Zhonghe verhängt. Er ist leitender Investmentbanker bei der Hongkonger Niederlassung der japanischen Bank Nomura und soll nicht mehr aus China ausreisen dürfen. Das berichtet die „Financial Times“.

Der Fall steht in einer Reihe mit denen anderer Manager und Politiker, die in China plötzlich verschwinden. Denn der Reisebann soll mit den Ermittlungen gegen den Milliardär und Gründer der Investmentgruppe China Renaissance, Bao Fan, zu tun haben. Bao ist seit Monaten von der Bildfläche verschwunden. Auch gegen den ehemaligen Angestellten Cong Lin wird ermittelt.

Bao wurde seit Februar nicht mehr gesehen. Damals teilten die Behörden mit, dass er „im Zuge einer Untersuchung kooperiere“. Der nun betroffene Banker Wang selbst soll nicht inhaftiert sein, nachprüfen lässt sich das nicht. Auf eine Anfrage über Social Media reagierte der Manager am Dienstag nicht.

Das Ausreiseverbot dürfte das Vertrauen in die Sicherheit von chinesischstämmigen Geschäftsleuten, die nach China reisen oder dort arbeiten, weiter schmälern. Das US-Außenministerium warnte Besucher in seinem letzten Update von Ende Juni vor Reisebeschränkungen und nannte in diesem Zusammenhang auch die Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau.

Die chinesische Regierung greift vor allem im Investmentbanking und bei Tech-Unternehmen zunehmend härter durch und geht immer wieder öffentlichkeitswirksam gegen Stars der Branchen vor. Die aktuellen Fälle erinnern an den Alibaba-Gründer Jack Ma, der nach Kritik an den Finanzbehörden vorübergehend verschwunden war und seitdem seltener in der Öffentlichkeit auftaucht.

Wang arbeitete vorher für chinesische Staatsbank

Laut seinem LinkedIn-Profil ist Wang seit Januar 2018 als Chef der Investmentsparte für Nomura International in Hongkong tätig. Davor war er demnach im Vorstand der staatlichen Bank Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) für Investmentbanking und die Kapitalmärkte zuständig, zuvor für die Deutsche Bank in China.

Dem Bericht der „Financial Times“ zufolge soll Wangs Ausreiseverbot mit seiner Zeit bei der ICBC zusammenhängen, wo er zeitgleich mit Cong Lin beschäftigt gewesen sein soll. Cong ist vor etwas mehr als einem Jahr in den Fokus der chinesischen Ermittler geraten. Im Rahmen von Ermittlungen zur Korruptionsbekämpfung in China, die sich gegen die Finanzbranche richten, wurden viele Vertreter von Unternehmen wie der China Construction Bank und ICBC festgenommen.

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China fällt immer wieder mit Verhaftungen ranghoher und zum Teil prominenter Führungspersönlichkeiten auf, auch in der Politik. Zuletzt sind der frühere Außenminister Qin Gang wohl wegen einer außerehelichen Affäre sowie Verteidigungsminister Li Shangfu verschwunden. Laut „FT“ soll Wang am 13. September noch auf Social Media gepostet haben, dass er auf einer Reise in der westlichen Provinz Qinghai unterwegs sei. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums in Peking soll laut dem Medienbericht am Montag gesagt haben, dass ihm der Fall Wangs nicht bekannt sei. Im Protokoll der wöchentlichen Pressekonferenz findet sich dazu keine dokumentierte Äußerung, was aber nicht ungewöhnlich ist.

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