Immobilien in China: Country Garden rutscht tiefer in die Krise
Wegen einer schwächelnden Konjunktur und steigender Zinsen ist der chinesische Immobiliensektor in der Krise.
Foto: ReutersHongkong, Sydney. Neben Evergrande gerät auch Country Garden immer mehr ins Zentrum der chinesischen Immobilienkrise. Der hochverschuldete Immobilienentwickler mit Sitz in Foshan in der Küstenprovinz Guangdong habe eine fällige Zahlung von knapp 57 Millionen Euro nicht geleistet, teilte das Unternehmen am Dienstag an der Hongkonger Börse mit. Auch weitere Zahlungen könnten nicht geleistet werden, hieß es. Die Aktie gab im Tagesverlauf nach.
Die Immobilienbranche der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt steckt in großen Schwierigkeiten, seit die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt eingebrochen ist. Insgesamt steht die Branche – mit allen Effekten auf benachbarte Branchen – für rund ein Viertel der Wirtschaftsleistung. Die Schätzungen schwanken je nach Expertenkreis und Institut zwischen 20 und 30 Prozent.
Der Baukonzern mit Projekten in China und dem Ausland kämpft ums Überleben. Das Unternehmen beschäftigt rund 70.000 Menschen. „Die Entwicklung von Country Garden ist absehbar“, sagt Wan-Hsin Liu vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW). Die Immobilienkrise in China werde sich weiter verschärfen und sei nur schwer zu bekämpfen.