Sanktionen: Russland umgeht Ölpreisdeckel – jetzt rüstet Europa nach
Die Ölgeschäfte sind besonders wichtig für Russlands Kriegswirtschaft.
Foto: Bloomberg/Getty ImagesBrüssel, Düsseldorf, Frankfurt. Kriege sind Abfolgen von Aktionen und Reaktionen, Schlägen und Gegenschlägen – ein Muster, dem auch Wirtschaftskriege folgen. Elf Sanktionspakete hat die EU inzwischen gegen Russland verhängt und jedes Mal haben die Russen reagiert: Sie haben sich angepasst, neue Handelswege erschlossen, eine Schattenwirtschaft aufgebaut.
Jetzt legen die Europäer nach. Am Freitag soll im Kreis der EU-Botschafter das zwölfte Sanktionspaket beraten werden. Wichtigster Punkt sind Maßnahmen zur Stärkung des westlichen Preisdeckels für russisches Öl. Das zeigen die internen Dokumente und Gesetzesentwürfe, die am Mittwoch an die europäischen Regierungen verschickt wurden und die dem Handelsblatt vorliegen.
Vor einem Jahr hatten sich die G7-Staaten darauf verständigt, russisches Öl (Urals) in Tankern nur noch dann zu verschiffen und Schiffstransporte nur noch dann zu versichern, wenn der Rohstoff für maximal 60 Dollar pro Barrel gehandelt wird.
Anfangs musste sich Russland den Vorgaben beugen, da es auf westliche Reedereien und Versicherungen angewiesen war. Inzwischen aber hat der Kreml Wege gefunden, die Obergrenze zu umgehen.