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KommentarWarum die Aufspaltung von Bayer nun näher rückt

Der Vertrauensverlust bei den Investoren erzwingt radikale Lösungen. Der Status quo der jetzigen Konzernstruktur ist kaum noch beizubehalten.Bert Fröndhoff 22.11.2023 - 08:45 Uhr
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Der Leverkusener Agrar- und Pharmakonzern Bayer traute Asundexian bislang ein Spitzenumsatzpotenzial von mehr als fünf Milliarden Euro zu.

Foto: dpa

Der Kurseinbruch von 20 Prozent bei der Bayer-Aktie zeigt: Das Misstrauen der Investoren könnte nach den vielen Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre größer kaum sein.

Und sie haben allen Grund für ihre Skepsis, denn Bayer steckt in einer strategischen Falle. Der Konzern wird die Rechtslast durch die Glyphosatklagen so schnell nicht los und muss für die Beilegung womöglich noch mehr Geld auf den Tisch legen.

Die Investoren ahnen dies schon länger, tolerierten es aber, solange eine solide Wachstumsperspektive im operativen Geschäft erkennbar blieb. Genau daran zweifeln sie nun aber – wegen des weitgehenden Aus für das potenzielle Schlaganfallpräparat Asundexian.

Der neue CEO Bill Anderson muss den Konzern schnellstmöglich aus dieser Falle herausführen. Sein Spielraum schrumpft allerdings. Es wird nicht mehr reichen, nur die interne Organisation von Bayer umzubauen.

Bayer: Erhalt von Status quo keine Option

Anderson wird auf dem Kapitalmarkttag im März 2024 den Investoren mehr bieten müssen. Die Erwartungen sind seit diesem Montag noch gestiegen. Eine komplette Aufspaltung des Bayer-Konzerns in drei Teile wird es vorerst zwar nicht geben. Aber den Status quo beizubehalten ist auch keine Option.

Eine Abspaltung des Agrargeschäfts ist wegen der ungelösten Rechtslasten auf absehbare Zeit zu risikoreich. Gleiches gilt für die Pharmasparte, die aus aktueller Sicht mit viel zu wenig Zukunftspotenzial in eine Eigenständigkeit entlassen werden müsste.

Bleibt als wahrscheinlichste Option eine zügige Trennung von der dritten Division mit verschreibungsfreien Arzneien rund um Aspirin. Ein Verkauf oder ein Börsengang könnte Bayer die nötigen Milliarden bringen, die für die Stärkung von Pharma und für den Schuldenabbau nötig sind. Es wäre ein schmerzhafter Schritt für Bayer, doch er ist jetzt wahrscheinlicher geworden.

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Erstpublikation: 21.11.2023, 12:02 Uhr.

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