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Schnee und GlätteUnfälle nach Wintereinbruch in Deutschland – Zahlreiche Flüge in Frankfurt abgesagt

Schnee und Glätte haben in Teilen Deutschlands für chaotische Verhältnisse gesorgt. Vor allem Hessen ist betroffen. Die Menschen im Rheingau-Taunus-Kreis sollen zuhause bleiben. 28.11.2023 - 10:50 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Unfall auf der Auf der Bundesstraße 49 bei Koblenz.

Foto: dpa

Denzerheide/Offenbach. Wegen des heftigen Wintereinbruchs im Rhein-Main-Gebiet sind zahlreiche Flüge am Frankfurter Flughafen gestrichen worden. Am Montag wurden 161 Starts und Landungen von insgesamt 1031 geplanten Flugverbindungen abgesagt, wie der Flughafenbetreiber Fraport am Dienstag auf Anfrage mitteilte.

Aufgrund des starken Schneefalls mussten die Start- und Landebahnen auf dem größten deutschen Flughafen geräumt werden. Außerdem hätten zahlreiche Maschinen enteist werden müssen, was aber zum normalem Vorgehen bei derartigen Wetterlagen gehört und wie die Räumung zu Verzögerungen im Flugbetrieb führt, wie ein Sprecher erklärte.

An diesem Dienstag sind laut Fraport wieder alle Start- und Landebahnen geöffnet. Wegen der Auswirkungen der Annullierungen vom Vortag würden aber voraussichtlich etwa 100 von 1050 geplanten Flügen gestrichen, sagte der Sprecher weiter. Er empfahl: Flugreisende sollten sich grundsätzlich vor Antritt ihrer Reise auf den entsprechenden Portalen ihrer Fluggesellschaft nach dem Status ihrer jeweiligen Verbindung erkundigen.

Der Wintereinbruch hat gleich in mehreren Bundesländern für glättebedingte Unfälle gesorgt – dabei starben mindestens zwei Menschen. Im Landkreis Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg kam ein 71 Jahre alter Mann am Montagabend bei einem Frontalzusammenstoß auf schneeglatter Straße ums Leben. Eine 54-jährige Autofahrerin starb bei Denzerheide in Rheinland-Pfalz bei einem Glatteisunfall. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) geht es am Dienstag in vielen Teilen Deutschlands mit Schnee und Schneeregen weiter.

„Mein dringender Appell: Bleiben Sie unbedingt zu Hause“

In vielen Teilen Hessens ereigneten sich Unfälle mit leicht Verletzten und vielen Sachschäden. Bäume stürzten aufgrund der Schneelast um.

Der heftige Wintereinbruch hat in Hessen zu zahlreichen Unfällen geführt. Die Polizei sperrte mehrere Straßen. Sie rief Verkehrsteilnehmer dazu auf, Fahrten auf das Nötigste zu beschränken.

Im Rheingau-Taunus-Kreis spitzte sich die Lage besonders zu. Zahlreiche Autofahrer saßen hier nach Angaben der Feuerwehr in ihren Fahrzeugen fest. Etwa 100 Menschen mussten nahe Eltville wegen umstürzender Bäume aus ihren Autos gerettet werden. Sie wurden zunächst in einer Halle untergebracht. Am Abend kamen 20 bis 25 Menschen in Hotels unter.

Der Landrat im Rheingau-Taunus-Kreis, Sandro Zehner (CDU), rief laut einer Mitteilung zum Zuhausebleiben auf: „Mein dringender Appell: Bleiben Sie am Dienstag unbedingt zu Hause. Bitte unternehmen Sie auch keine Spaziergänge im Wald: Es besteht akute Lebensgefahr durch Astbruch und umstürzende Bäume.“

Laut DWD ließen in Hessen die Niederschlagsmengen in der Nacht nach. „Aber richtige Probleme machen die Bäume, die unter der Last des Schnee drohen umzufallen“, sagte eine DWD-Meteorologin.

Bei starken Schneefällen kommt es auf der Bundesstraße 456 am Saalburgpass zu erheblichen Behinderungen im Straßenverkehr.

Foto: IMAGO/Jan Eifert

In Wiesbaden mussten 55 Personen, darunter 27 Kinder, in einer Schule übernachten. Die Feuerwehr richtete eine Unterkunft im Schulgebäude ein, da aufgrund der Witterungsverhältnisse keine Schulbusse mehr fuhren, wie ein Sprecher der Feuerwehr mitteilte.

In einer Gesamtschule in Bad Schwalbach saßen zeitweise 30 Schüler und Lehrer fest. Sie wurden versorgt und konnten aber am späten Montagabend von der Feuerwehr nach Hause gebracht werden.

Durch den Wintereinbruch mussten zahlreiche Straßen um die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden komplett gesperrt werden. Auch bei der Bahn gibt es Behinderungen auf einigen Strecken, wie das Polizeipräsidium Westhessen mitteilte. Zeitweise fiel an einigen Orten wegen umgestürzter Bäume der Strom aus, unter anderem in Hofheim.

Zahlreiche Schülerinnen und Schüler sowie Betreuer haben in Wiesbaden die Nacht wegen des Wintereinbruchs in der internationalen Schule verbringen müssen.

Foto: dpa

Im Norden Deutschlands und in Nordrhein-Westfalen gab es am Abend und in der Nacht keine Meldungen zu größeren Glätteunfällen. In Baden-Württemberg gebe es in den höheren Lagen im Schwarzwald schneebedeckte Fahrbahnen und die eine oder andere Sperrung wegen quer stehender Lastwagen, sagte ein Sprecher im Lagezentrum.

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Gravierendes sei aber nicht zu vermelden. Auch in Thüringen sei die Lage trotz der Witterung noch relativ entspannt, sagte ein Sprecher des dortigen Lagezentrums. Er gehe aber davon aus, dass sich die Situation in den nächsten 24 Stunden durch weiteren Schneefall verschärfen werde.

Eine Meteorologin vom DWD sagte am Dienstagmorgen: „Der Winter ist da“. Ein Tief sorge vom Westen in den Osten bis in den Süden für Schneefall in weiten Teilen des Landes. „Die kommenden Tage sind kalt und am Tag sind maximal leichte Plusgrade zu erwarten. Die Nächte sind frostig und immer wieder sind Schneefälle, Schneeregen und überfrierende Nässe zu erwarten“, sagte die Meteorologin. „Schnee und die Glätte bleiben.“

dpa
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