Dividenden-Aristokraten: Die Könige unter den Aktien
Dividenden-Aristokraten sind Unternehmen, die die Dividende Jahr für Jahr erhöhen.
Foto: ReutersDüsseldorf. Adel verpflichtet. Auch an der Börse. Nur dass man hier nicht durch Geburt zum Edelmann wird, sondern indem man sich als spendabel gegenüber den Anlegern erweist. Die Rede ist von den sogenannten „Dividendenaristokraten“. So bezeichnen Börsianer Unternehmen, die über Jahre hinweg verlässlich ihre Dividenden zahlen oder sogar stetig erhöhen.
Diese Dividendenaristokraten sind für Anleger wertvoller denn je. Je unsicherer die wirtschaftliche Lage – und damit die Aussicht auf Kursgewinne – desto wichtiger werden stabile Erträge. Die Ausschüttungsquoten vieler Unternehmen liegen aktuell höher, als das, was sich mit festverzinslichen Papieren erzielen lässt – eine historisch sehr seltene Konstellation.
„Die Dividendenrenditen sind zum ersten Mal seit Generationen höher als die Renditen von Staatsanleihen. Das ist ziemlich aufregend”, schreibt Richard Turnill, der Global Equity Fonds von Blackrock verwaltet, in einer Analyse.
Die Notenbanken haben die Zinsen auf ein so niedriges Niveau gedrückt, dass sich mit Zinspapieren kaum noch etwas verdienen lässt. Die Unternehmen fahren hingegen weiterhin Gewinne ein und schütten davon einen guten Teil aus. Zum Vergleich: Die erwartete Dividendenrendite für Dax-Aktien liegt bei 3,7 Prozent. Für zehnjährige deutsche Bundesanleihen gibt es nur 1,5 Prozent - das gleicht nicht mal die Inflation aus.