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Börsenneulinge sind die neuen AltenWachstum ohne Frauen

Bei den Unternehmen, die in den wichtigen Indizes der Börse vertreten sind, finden sich viele Start-ups mit modernen Unternehmenskulturen. Viele von ihnen sind aber ohne Frauen in verantwortlichen Positionen gewachsen. 25.06.2021 - 09:47 Uhr
Foto: Unsplash

Christian ist der neue Thomas: Unter den Neulingen an der Frankfurter Börse dominiert ein Managertypus im Vorstand, der dem alten zum Verwechseln ähnelt – nur heißt er häufiger Christian, nicht mehr Thomas, er trägt hellblaues Hemd statt Schlips und er hat nicht promoviert, sondern gegründet. Wer erwartet hatte, dass neue Unternehmen auch neue Führungsstrukturen und mehr Vielfalt in die Börsenvorstände tragen, wird enttäuscht. Die Jungunternehmen wiederholen den Konstruktionsfehler der vorhergehenden Generation: Sie wachsen ohne Frauen.

„Mit dem Börsengang, spätestens mit der Aufnahme in einen der Dax-Indizes, erreichen die Unternehmen eine Größe und einen Reifegrad, die ein anderes unternehmerisches Selbstverständnis erfordern als ein Start-up“, kommentieren die Geschäftsführer der AllBright-Stiftung, Dr. Wiebke Ankersen und Christian Berg.

Die Zusammensetzung der Dax-Indizes ändert sich mehrmals im Jahr; unter den 30 aufstrebenden Neulingen der vergangenen fünf Jahre finden sich vielbeachtete ehemalige Start-ups wie Delivery Hero, HelloFresh, Home24 oder Westwing, vereinzelte Traditionsunternehmen und einige Abspaltungen großer Börsenkonzerne. Diese Börsenneulinge ziehen in jedem Jahr zuverlässig den Frauenanteil in den Vorständen der 160 Börsenunternehmen nach unten. Im April 2021 lag der Frauenteil in den Vorständen der in den vergangenen fünf Jahren neu in die Indizes Aufgenommenen bei nur 10,2 Prozent.

Frauenanteil bei Start-ups 5,4 Prozent

„Junge Unternehmen sollten den Baufehler der alten Konzerne nicht wiederholen: Wenn sie Diversität von Anfang an in die DNA der Unternehmen integrieren, profitieren sie schon in der Wachstumsphase von der besseren Performance vielfältiger Führungsteams und müssen später nicht wertvolle Ressourcen abstellen, um falsch gewachsene Strukturen und Kulturen wieder zu ändern“, so Ankersen und Berg in einer gemeinsamen Erklärung weiter.

Bei denjenigen Börsenneulingen, die seit 2006 gegründet wurden, liegt der Frauenanteil in den Vorständen sogar nur bei 5,4 Prozent. Insbesondere bei den ehemaligen Start-ups wird auf Druck der Risikokapitalgeber hin zunächst so stark auf Wachstum fokussiert, dass in der Regel keine Ressourcen auf eine strategisch-vielfältige Rekrutierung verwendet, sondern weitgehend aus dem bestehenden Netzwerk rekrutiert wird. Erst mit dem Börsengang und der Aufnahme in einen der Dax-Indizes verstärkt sich durch die Transparenz-Pflicht der Druck von Öffentlichkeit und Investoren auf diese Unternehmen, ein diverses Top-Management zusammenzustellen.

Sehr viel besser stehen mit einem Frauenanteil von 17,2 Prozent im Vorstand die Abspaltungen von Großkonzernen da, die mit der strategischen Bedeutung einer vielfältig zusammengesetzten Führung häufig bereits aus dem Mutterkonzern vertraut sind.

„Die notwendige Erneuerung der deutschen Wirtschaft schaffen wir nur mit einer Erneuerung der Führungsstrukturen“, resümieren die beiden Stiftungs-Geschäftsführer.

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