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The Shift Summit 2020Ideen für eine diversere Wirtschaftswelt

Wo Deutschland noch hinterherhinkt, wie Unternehmen gerechter rekrutieren oder wie es ist, sich in der Bundeswehr als transsexuell zu outen: Das sind nur ein paar der spannenden Themen, die auf dem The Shift Summit besprochen wurden. Nele Dohmen 02.11.2020 - 14:28 Uhr

Varinia Bernau (v.l.), Ressortleiterin der WirtschaftsWoche, im Gespräch mit Dr. Tobias Zimmermann von Stepstone, Nina Strassner von SAP und Daniela Mündler von “Generation CEO e.V.”

Foto: Handelsblatt

Oft genug haben es Studien schon untersucht und belegt: Ein diverses Team steigert die Profitabilität von Unternehmen signifikant. Und dennoch ist Diversität eine Aufgabe, die an vielen Stellen des gesellschaftlichen Lebens und in der Arbeitswelt noch gelöst werden muss. Noch immer erleben Frauen Benachteiligungen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen, noch immer kann ein Migrationshintergrund ein Hindernis sein, noch immer ist die Inklusion von Menschen mit Behinderung oft nur frommer Wunsch statt Wirklichkeit, noch immer fürchten sich Angestellte, aufgrund ihrer Sexualität diskriminiert zu werden.

Um all diese Themen ins Rampenlicht zu holen, hat die Shift-Initiative den The-Shift-Summit auf die Beine gestellt – natürlich pandemieverträglich überwiegend virtuell und wenigen physisch anwesenden Studiogästen. Auf zwei Bühnen präsentierten sechs Stunden lang die 35 hochkarätigen Gesprächspartner*innen in Diskussionen und Vorträge ihre Idee, wie mehr Diversität erreicht werden kann.

Dennis Balslev, der CEO von IKEA Deutschland, ist überzeugt davon, dass Deutschland bei der Diversität in der Arbeitswelt im Vergleich zu skandinavischen Ländern stark hinterherhinkt. „Durch unsere stark durchmischten Teams kommen so gute Ideen zustande“, sagte der per Videokonferenz zugeschaltete Balslev. „Ich glaube, dass Deutschland das Potenzial zwar erkannt hat, jetzt muss es aber an die Umsetzung von mehr Diversität gehen.“

Die beginnt bereits beim Recruiting. Nina Strassner ist Head of Diversity & People Programs Germany bei SAP. „Wenn wir eine Stelle ausschreiben und erkennen, dass sich keine Frau darauf beworben hat, dann müssen wir das nicht einfach hinnehmen. Wir können einen Schritt zurückgehen und uns fragen: Haben wir das richtige Wording benutzt, um Frauen anzusprechen? Wo könnten wir noch auf die Stelle aufmerksam machen?“, erklärt sie. Als Arbeitgeber, der Diversität nicht nur zur Imagepflege nutzt, dürfe man nicht nur die einfachste Wahl treffen und müsse qualifizierte Bewerber*innen mit besonderen Ansprüchen einfach fragen: Was brauchst du an Hilfestellung, um diese Stelle annehmen zu können?

Die unbequeme Wahrheit erzeugt auch heftige Reaktionen

Dass Kommunikation ein Schlüssel ist, davon ist auch Dr. Wiebke Ankersen, die Geschäftsführerin der Allbright-Stiftung überzeugt. Ihre Stiftung bringt regelmäßig Studien heraus, die auch unbequeme Wahrheiten offenbaren. Wie kürzlich diese: Dass der Frauenanteil in den DAX-Vorständen aktuell wieder sinkt. Da gebe es auch schon mal böse Briefe oder Anrufe von Geschäftsführern, die sich missverstanden fühlen. In einem Fall sei sie sogar durchs Telefon angeschrien worden. „Aber das ist an sich eine gute Reaktion: Denn sie zeigt, dass meinem Gegenüber das Thema nicht egal ist“, sagt Wiebke Ankersen. „Und es hat auch schon wunderbare, konstruktive Gespräche als Reaktion auf unsere Veröffentlichungen gegeben.“

Wie es ist, sich am Arbeitsplatz als transsexuell zu outen, davon konnte Anastasia Biefang berichten. Sie wurde als Mann geboren. Ihr Arbeitgeber: Die Bundeswehr. Die Kommandeurin erinnert sich noch gut an den Tag, als sie dem Vorgesetzten davon erzählte. Und sie hatte Glück, denn seine Reaktion war ihrer Ansicht nach perfekt: „Er sagte: Ich weiß nicht, was genau du da durchmachst. Aber ich weiß, dass wir das gemeinsam schaffen.“ Eine klare und unterstützende Haltung des Arbeitgebers zum Thema sowie Beratungsangebote seien wichtig für eine gesunde und offene Unternehmungskultur.

Mit einer Behinderung leben und dennoch Karriere machen: Davon konnte der SPD-Politiker und Mitglied des Hessischen Landtags Bijan Kaffenberger berichten. Der 31-Jährige hat das Tourette-Syndrom, die ersten Anzeichen machten sich mit dem sechsten Lebensjahr bemerkbar. Sein Appell: Sichtbarkeit statt verstecken. Ein Grundsatz, den auch Arbeitgeber leben müssten.

Was muss passieren, damit ein Unternehmen Geflüchtete einstellen kann? Auf jeden Fall: Viel Papierkram erledigen. Nicht alle Arbeitgeber blicken da sofort durch und lassen sich oft von den Hürden abschrecken. Deshalb hat Zarah Bruhn das Zeitarbeitsunternehmen Social Bee gegründet. Social Bee hilft, Geflüchtete zunächst für ein Jahr in Unternehmen zu vermitteln, mit dem Ziel, dass sie danach übernommen werden. „Wir wollen die Hemmschwellen abbauen, die dazu führen, dass Unternehmen vor diesem Thema zurückschrecken“, sagte Bruhn.

Die Shift-Initiative ist die Diversity-Initiative der Handelsblatt Media Group. Sie bündelt die Kraft vieler Partner, um ihre Wirkung zu potenzieren und gezielt Impulse zu setzen. Sie verbindet der Glaube daran, dass diverse Teams eine Voraussetzung für nachhaltiges Wachstum des Wirtschaftsstandorts Deutschland darstellen können.

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