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David Schneider im Interview Zalando gibt Messe Bread & Butter auf – zumindest vorerst

Der Modekonzern Zalando stoppt seine Hausmesse Bread & Butter. Doch es könnte nur ein Abschied auf Zeit sein, erklärt Co-Gründer David Schneider im Interview.
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„Wir haben drei Jahre lang ein außergewöhnliches Konzept realisiert“, sagt der Zalando-Mitgründer. Quelle: Marko Priske für Handelsblatt
David Schneider

„Wir haben drei Jahre lang ein außergewöhnliches Konzept realisiert“, sagt der Zalando-Mitgründer.

(Foto: Marko Priske für Handelsblatt)

DüsseldorfEs ist erst drei Jahre her, dass der Onlineriese Zalando die damals insolvente Berliner Modemesse Bread & Butter übernommen hat. Das Spektakel wurde danach mit großen Aufgebot an Partner-Marken, Influencern und Modestars wie etwa Vivienne Westwood reanimiert. Nun aber soll Schluss sein mit dem Lifestyle-Ereignis. Zalando-Co-Gründer und -Geschäftsführer David Schneider erklärt, was dahintersteckt.

Herr Schneider, nächstes Jahr soll es keine Bread & Butter mehr geben. Was steckt dahinter?
Zunächst mal muss man ja sagen, dass wir in diesem Fall drei Jahre lang ein außergewöhnliches Konzept realisiert haben, das uns jede Menge Erfahrungen und Erfolge gebracht hat. Die beteiligten Modemarken waren sehr zufrieden, die Reichweiten über Social Media waren wirklich stark, und die Besucherzahlen zeigten dieses Jahr noch mal eine deutliche Steigerung. Es kamen ja zuletzt rund 35.000 Menschen. Und wir selbst haben unglaublich viel darüber gelernt, wie man unsere vielfältigen digitalen Kanäle mit Live-Events verknüpfen kann. 

Wenn die Bread & Butter so erfolgreich war, müsste man ja nicht aufhören, oder?
Alles, was wir investieren und ausprobieren, muss uns als Unternehmen strategisch weiterbringen und zugleich skalierbar sein. Da stoßen wir mit der Bread & Butter einfach an natürliche Grenzen. Deshalb werden wir – zunächst mal 2019 – keine Messe mehr veranstalten. 

Und 2020?
Das ist noch so weit hin, dass wir darüber jetzt noch keine Entscheidung treffen können. 

Klingt jedenfalls nicht nach großen Zukunftsaussichten.
Uns gehören ja weiterhin die Markenrechte, sodass wir generell überlegen, ob wir als Bread & Butter oder auch anderweitig neue Events starten. 

Es gab durchaus Marken, die sogar internationales Potenzial für Ihre Messe sahen.
Und das könnte ein Weg sein: dass wir gemeinsam mit einer einzelnen Marke in ausgewählten Großstädten solche Live-Events neu auflegen. Wie gesagt, wir haben da in den vergangenen drei Jahren eine Menge Erfahrungen sammeln können, auch wenn wir uns eben nicht als Event-Agentur begreifen. 

Zalando will in allererster Linie immer die größte Mode-Plattform Europas sein und bedient damit einen Massenmarkt. Waren Sie denn mit dem Publikum der Bread & Butter zufrieden?
Die Messe sprach natürlich eine eher spitze Zielgruppe an, die extrem modebewusst unterwegs ist. Fashion forward sozusagen. Aber auch das half uns ja wiederum sehr und schuf uns eine Menge neuer Kontakte. 

Mal ehrlich: Hat Zalando am Ende zu viel draufzahlen müssen?
Der Preis oder die Kosten waren für uns nie ein ausschlaggebendes Argument. Wichtig war immer die Frage: Inwieweit zahlt das Projekt auf unsere Gesamtstrategie ein? 

Der Modekonzern hat die erst vor drei Jahren übernommene Modemesse eingestellt. Quelle: dpa
Bread & Butter in Berlin

Der Modekonzern hat die erst vor drei Jahren übernommene Modemesse eingestellt.

(Foto: dpa)

Was bringt denn so eine Messe eigentlich, und was kostet sie?
Ohne in die Details gehen zu wollen: Natürlich hatten wir und die beteiligten Marken auch gute Umsätze. Über die Tickets. Über Verkäufe auf dem Event selbst. Über Beiträge von Sponsoren. Wir haben letztlich ja nur die Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Auf dieser Bühne konnten die Modefirmen dann ihre Produkte wunderbar inszenieren. Diese Chance haben sie auch genutzt. 

Wieviel Leute hat Zalando für die Bread & Butter abgestellt?
Rund 20.

Müssen die nun gehen?
Angesichts von de facto etwa 600 offenen Stellen in unserem Unternehmen müssen Sie sich keine Sorgen machen, dass die Kolleginnen und Kollegen nicht andere Möglichkeiten finden, sofern sie das wollen.

Zalando gilt ja durchaus als experimentierfreudiges Unternehmen. Aber wenn eine Idee nach ein paar Jahren nicht fliegt, kann eben auch schnell mal der Stecker gezogen werden. Ist das hier so ein Fall?
Wenn Sie so wollen, ja. Aber nochmal: Wir haben viel gelernt und werden ähnliche Konzepte möglicherweise mit einzelnen Marken in kleineren Maßstäben neu adaptieren. Da bin ich mir  sicher. 

Welchen Stellenwert hat Berlin überhaupt in der internationalen Modeszene? Auch die Fashionweek tut sich ja weiterhin schwer, große Namen an die Spree zu locken.
Ich habe eh meine Zweifel, ob man da den etablierten Mode-Metropolen irgendwie Konkurrenz machen soll oder kann, statt selbst einen unverwechselbaren Stil zu entwickeln. Die Bread & Butter hat in ihrem ganzen experimentellen Charakter durchaus sehr gut zu dieser tollen Stadt gepasst, in der ja mittlerweile auch viele junge Designer am Start sind. Das macht den Charme solcher Veranstaltungen in Berlin mit aus.

Sie sind in der dreiköpfigen Zalando-Geschäftsführung der Mann für die Mode. Die Bread & Butter galt auch ein bisschen als Ihr Baby. Haben Sie da etwas mehr um die Messe gekämpft als Ihre beiden Kollegen?
Für uns alle drei gilt: Solche Entscheidungen fällen wir nicht aus einem Gefühl heraus, sondern wohl durchdacht. Und auch in diesem Fall haben wir uns den Schritt lange überlegt. Natürlich hat die Bread & Butter Spaß gemacht, aber das muss man dann auch wie alle anderen unserer zahllosen Projekte ganz nüchtern sehen.

Der Aktienkurs von Zalando ist zuletzt schwer unter Druck geraten. Ist der Abschied von der Bread & Butter vielleicht auch eine Antwort darauf – vielleicht um Geld zu sparen?
Nein, das eine hat mit dem anderen wirklich nichts zu tun. Ich schaue mir die Entwicklung nicht jeden Tag an. Wir denken da viel langfristiger. 

Herr Schneider, vielen Dank für das Interview.

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