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Buchrezension Warum Konflikte nicht schädlich, sondern wichtig sind

Harmonie gilt für die meisten als Idealzustand. Dabei sind Konflikte das, was uns weiterbringt, findet Bestsellerautor Reinhard Sprenger – gerade im Unternehmen.
23.04.2020 - 14:49 Uhr Kommentieren
Wir sollten Konflikte nicht vermeiden, denn sie bringen uns weiter – das ist die These des Führungsexperten Reinhard Sprenger. Quelle: Jean Wimmerlin / Unsplash
Zank unter Steinböcken

Wir sollten Konflikte nicht vermeiden, denn sie bringen uns weiter – das ist die These des Führungsexperten Reinhard Sprenger.

(Foto: Jean Wimmerlin / Unsplash)

Darum geht es: Ob beruflich oder privat: Konflikte werden oft zu negativ bewertet. Dabei würden sie nicht nur vom Fußball-, Theater- und Kinopublikum geliebt – sie seien unvermeidlich und bei klugem Umgang sogar wichtig.

So lautet die These von Führungsexperte und Buchautor Reinhard K. Sprenger. Er schreibt: „Der Konflikt wird meist missverstanden. Er scheint zu spalten, aber er fügt doch zusammen. Ein echtes Wir kann es nur über Konflikte geben.“ Gerade in Unternehmen seien Konflikte Katalysatoren für Veränderung.

Der Konflikt beginnt immer dann, wenn man den Widerspruch nicht mehr aushält. Dabei sei der Spruch, „Es ist nichts Persönliches“ entlarvend und schlichtweg falsch: Immer dominiere die Beziehungsebene die Sachebene. Daher sollten wir Konflikte möglichst nicht mit Menschen eingehen, die wir nicht leiden können.

Das ist der Autor: Reinhard K. Sprenger zählt zu den Bestsellerautoren in Sachen Managementliteratur. In seinem aktuellen Buch „Magie des Konflikts“ spielt der Vordenker seine großen Stärken aus, unter anderem die disziplinübergreifende Herangehensweise. Denn Sprenger ist ein Allrounder, hat neben Geschichte, Philosophie und Betriebswirtschaft auch Psychologie studiert.

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    Das überrascht: Sprenger entlarvt gängige Sätze wie „Wir sollten alle an einem Strang ziehen“ als kindliche Vorstellungen. Schließlich seien Unternehmen um Widersprüche herum aufgebaut, sie sind ein „organisierter Konflikt“ – weil unterschiedliche Ziele zum Managen dazugehören.

    Es geht also nicht darum, Konflikte zu vermeiden, sondern richtig mit ihnen umzugehen. Dabei liege das Paradoxe darin, dass wir gleichzeitig zu viele und zu wenige Konflikte haben: zu viele unnötige, zu wenig nötige.

    Reinhard K. Sprenger: Magie des Konflikts. Warum ihn jeder braucht und wie er uns weiterbringt.
    Deutsche Verlags-Anstalt
    320 Seiten
    24 Euro

    „Wenn Schweigen schuldig macht, wenn Zurückhaltung Zustimmung bedeuten würde, die man nicht geben will, weil die Selbstachtung auf dem Spiel steht“ – dann sollte man mit Elan in einen Konflikt einsteigen. Niemals aber nur, um recht zu behalten.

    Denn im Recht zu sein sei höchst relativ in einer globalisierten Welt mit ihren höchst unterschiedlichen Wertvorstellungen. Wer erkennt, dass der andere stets Gründe für sein Verhalten hat, kann den Konflikt leichter nehmen.

    Am Ende solle es bei beruflichen Auseinandersetzungen weder einen Gewinner noch einen fertigen Konsens geben: Ein Unternehmen sei als „Einigungsverfahren“ zu verstehen. „Es gefährdet sich selbst, wenn es soziale Konflikte löst im Sinne von Gewinnern und Verlierern“, schreibt Sprenger.

    Das stört: Das Buch wirkt in sich geschlossen. Allerdings fehlt – wie so oft in der deutschsprachigen Managementliteratur – eine Anleitung zur intensiven Beschäftigung mit sich selbst. Im englischsprachigen Raum kommen Autoren und Autorinnen wie Hilary Jacobs Hendel, Matt Haig oder eine Brené Brown zu Berühmtheit mit Themen wie emotionale Bildung oder Verwundbarkeit.

    Diese innere Einkehr wäre hilfreich, um Konflikte als das zu nutzen, was sie sind: unverzichtbar und eine Chance.

    Mehr: Wann Konkurrenz unter Kollegen nützt – und wann sie schadet

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