Aktien: Rheinmetall ist teuer, bietet aber einen entscheidenden Vorteil
Düsseldorf. Gut 20 Prozent hat die Rheinmetall-Aktie seit ihrem Hoch im März verloren. Doch mehr als 550 Prozent Kurszuwachs in den letzten drei und fast 2000 Prozent in den letzten fünf Jahren haben die Anteilscheine mit ihren über 1000 Euro pro Stück nicht nur optisch sehr teuer gemacht. Rheinmetall ist auch gemessen an seinen Erträgen an der Börse sehr hoch bewertet.
Sollten Aktionäre deshalb besser auf europäische Wettbewerber setzen, deren Kurse weniger stark gestiegen sind, die aber ebenfalls vom staatlich getriebenen Rüstungsboom profitieren? Auflösung gibt der Kennzahlen-Check. Dabei werden die bilanzielle Stärke der Unternehmen, ihre Profitabilitätsraten sowie aktuelle und prognostizierte Gewinne verglichen und ins Verhältnis zu den gestiegenen Aktienkursen gesetzt.
Herausgekommen ist ein differenziertes Bild mit sehr unterschiedlich stark wachsenden Unternehmen. Bemerkenswert: Europas größter Rüstungshersteller aus Großbritannien ist zwar am günstigsten bewertet, hat aber Nachteile. Rheinmetall ragt abseits seiner hohen Bewertung mit einer außerordentlichen Stärke hervor.
BAE-Systems-Aktie: Günstig, aber wenig dynamisch
Europas größter Rüstungskonzern entwickelt und verkauft Kampfflugzeuge, Kriegsschiffe, Panzer, Artilleriesysteme und elektronische Verteidigungssysteme. Nach Umsatz ist BAE Systems mehr als dreimal so groß wie Rheinmetall. Ein Viertel des Geschäfts erzielt der britische Konzern im eigenen Land, knapp die Hälfte in den USA und ein weiteres Viertel in Europa und dem Nahen Osten.