Musterdepots – Dynamik-Depot: Das Börsenjahr 2025 zeigt, wie wichtig geografische Diversifikation im Portfolio ist
München. Wer hätte das gedacht? Ende 2024 prognostizierten zahlreiche Kapitalmarktexperten und Strategen eine starke Wertentwicklung für die US-Märkte, während sie anderen Regionen wie Europa und China wenig Potenzial zusprachen. Doch nach den ersten zwei Monaten des Jahres zeigt sich ein völlig anderes Bild.
Die europäischen Leitindizes Dax und Euro Stoxx 50 liegen rund zwölf Prozent über ihrem Stand von Ende 2024, die Hongkonger Börse legte gemessen am Hang-Seng-Index mehr als 14 Prozent zu. Im Vergleich dazu wirken die US-Märkte mit Zuwächsen von zwei bis fünf Prozent eher bescheiden.
Diese Entwicklung hat viele Investoren kalt erwischt – insbesondere jene, die stark auf US-Aktien setzten oder sich ausschließlich am MSCI-World-Index orientierten. Der ist letztlich kaum mehr als ein US-Index mit einer geringen Weltbeimischung.
Das Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie wichtig eine geografische Diversifikation im Portfolio ist. Wer sich ausschließlich auf die vergangene Performance verlässt – in der die US-Indizes jahrelang dominiert haben –, könnte die Chancen anderer Märkte unterschätzen. Der Rückspiegel liefert eben nicht immer die beste Orientierung für den Weg nach vorn.
US-Wirtschaft: Robustes Wachstum – aber nicht ohne Stolpersteine
Die US-Wirtschaft wächst weiterhin robust, allerdings plant die US-Notenbank einen langsamen Zinssenkungszyklus. Gleichzeitig wird der marktbreite Index S&P 500 derzeit mit dem 23-Fachen der erwarteten Unternehmensgewinne bewertet und nähert sich damit Bewertungsniveaus, die zuletzt vor dem Dotcom-Crash erreicht wurden. Zudem befindet sich die US-Aktienrisikoprämie – die die Attraktivität von Aktien im Vergleich zu Anleihen misst – im negativen Bereich, was Aktien relativ zu Rentenanlagen unattraktiver macht.
Ein weiteres Risiko stellt die hohe Gewichtung der Technologie-Giganten in den wichtigen Indizes dar. Während hier massive Investitionen in KI-Infrastrukturen kurzfristig die Margen belasten, verlangsamt sich gleichzeitig das Wachstum in etablierten Bereichen wie Cloud-Computing und digitaler Werbung.
Dagegen haben die europäischen Aktienmärkte das Jahr mit einer starken Performance begonnen. Im Vergleich zu den USA sind europäische Aktien deutlich günstiger bewertet, und auch die Risikoprämie ist attraktiver.
Während die US-Wirtschaft in den vergangenen Jahren stark von einer expansiven Fiskalpolitik profitierte, agierte Europa disziplinierter. Diese Zurückhaltung führte zwar zu einem schwächeren Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone, gleichzeitig liegt die Inflationsrate aber nahe am Zielkorridor der Europäischen Zentralbank (EZB).
Dies verschafft der EZB mehr geldpolitischen Spielraum, sodass in den kommenden Monaten mit weiteren Zinssenkungen zu rechnen ist – möglicherweise sogar in den expansiven Bereich mit Leitzinsen von 1,75 bis 2,00 Prozent.
Europa und China: Chancen jenseits der US-Märkte
Ein potenzielles Ende des Ukrainekriegs könnte zudem für zusätzlichen wirtschaftlichen Rückenwind sorgen – insbesondere durch reduzierte Energiekosten und höhere Investitionen, die die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen stärken würden. Ein solches wirtschaftsfreundliches Szenario könnte die Outperformance der US-Märkte der vergangenen Jahre gegenüber Europa weiter reduzieren.
Angesichts dieser Rahmenbedingungen habe ich im Dynamik-Depot frühzeitig auf europäische Einzeltitel wie Deutsche Telekom, Deutsche Börse, Schneider Electric und Ferrari gesetzt. Zusätzlich partizipiere ich über einen ETF auf den Stoxx-Europe-600-Index an der Entwicklung des breiten europäischen Markts.
Der chinesische Aktienmarkt erlebt derzeit ebenfalls einen Aufschwung, angetrieben durch expansive Wirtschaftspolitik, geldpolitische Maßnahmen und massive Inlandsinvestitionen. Fortschritte im KI-Sektor unterstreichen Chinas Fähigkeit, Kapital effizient und renditeträchtig einzusetzen. Bereits vor über einem Jahr habe ich in den chinesischen Index CSI 300 und Alibaba investiert und profitiere nun von der positiven Wertentwicklung im Dynamik-Depot.
Robustes Portfolio: Volatilität voraus!
Trotz des positiven Jahresauftakts an den Aktienmärkten rechne ich auch 2025 mit erhöhter Volatilität. Um unabhängig vom jeweiligen Abschnitt im Kapitalmarktzyklus zu profitieren, setze ich auf eine global diversifizierte Asset-Allokation.
Im Dynamik-Depot verfolge ich eine breit gestreute Aktienallokation, behalte ein hohes Gold-Gewicht – trotz der starken Performance der letzten 14 Monate – und setze auf langlaufende Staatsanleihen mit Laufzeiten zwischen sieben und 30 Jahren als stabilisierenden Portfolio-Baustein.