Anlagestrategie: Steigendes Risiko einer Stagflation? So können Anleger ihr Portfolio anpassen
Joachim Fels, Chefökonom der zur Allianz gehörenden US-Fondsgesellschaft Pimco, lässt keinen Zweifel: „Das Risiko einer Stagflation ist deutlich gestiegen."
Foto: Taxi Japan/Getty ImagesFrankfurt. Beim Krieg in der Ukraine ist kein Ende abzusehen. Und in den USA sind auf dem Anleihemarkt die Verhältnisse gekippt: Die fünfjährige Staatsanleihe bringt mehr Rendite als die zehnjährige und seit Montag zum ersten Mal seit 2006 sogar mehr als die dreißigjährige. Diese „Inversion“ gilt häufig als Spiegel einer langfristig pessimistischen Meinung zur Konjunktur – und damit als Vorbote einer Rezession. Für Anlegerinnen und Anleger gilt es jetzt, ihre Depots entsprechend anzupassen.
Joachim Fels, Chefökonom der zur Allianz gehörenden US-Fondsgesellschaft Pimco, lässt daher keinen Zweifel: „Das Risiko einer Stagflation ist deutlich gestiegen, vor allem in Europa, aber auch in den USA.“ Martin Lück, Chefanlagestratege für Deutschland und Osteuropa bei Blackrock, sieht diese Gefahr vor allem für Europa, weniger für die USA.
Ein Teil dieses Phänomens, eine erhöhte Inflation, ist schon seit Monaten deutlich zu erkennen. Der andere Teil, eine stagnierende oder gar schrumpfende Wirtschaft, ist nicht mehr auszuschließen.
Als Gefahr für die Konjunktur sieht Fels neben dem Krieg in der Ukraine und möglichen daraus folgenden Sanktionen vor allem die Notenbanken. „Die Geldpolitiker entdecken jetzt alle ihren inneren Paul Volcker“, sagt er mit Anspielung auf den legendären Chef der US-Notenbank (Fed), der mit einer sehr straffen Geldpolitik die hohe Inflation der 70er-Jahre bezwang, dafür aber auch eine deutliche Rezession heraufbeschwor.