Spieleklassiker als Geldanlage: Profitable Pixel
„Space Invaders“ für die Konsole Atari 2600 brachte den Durchbruch für digitale Familienspiele.
Foto: INTERFOTOFrankfurt. Ein kleines pixeliges Männchen mit Latzhose, Schirmmütze und Schnurrbart flitzt einem Feuerball entgegen. Diese Szene ist auf der Verpackung des Videospielklassikers „Super Mario Bros.“ abgebildet, das ein Nutzer auf der Internetauktionsplattform Ebay anbietet. Neben dem Artikelbild steht der „Sofort-Kaufen“-Preis: 125.000 US-Dollar, umgerechnet mehr als 100.000 Euro.
Was macht das Spiel so wertvoll? Dafür gibt es zwei Gründe: Das Spiel stammt aus dem Jahr 1987, also der digitalen Steinzeit. Und dann ist es auch noch originalverpackt – „fabrikversiegelt“, wie der Verkäufer schreibt. Gerade diese zweite Eigenschaft unterscheidet das angebotene Exemplar von den Millionen benutzten Exemplaren des Kultspiels, die auf Dachböden, in Kellern oder verlassenen Kinderzimmern verstauben.
„Die meisten Sammler wollen die Spiele so gut erhalten wie möglich erwerben“, erklärt Andreas Lange, Gründer des Computerspielemuseums in Berlin. Es geht ihnen also meist gar nicht um nostalgische Momente beim Zocken: „Die wenigsten Sammler spielen mit ihren Schätzen.“ Noch begehrter als originalverpackte Klassiker sind nur originalverpackte Raritäten. Ein Beispiel dafür ist das Spiel „Gamma Attack“ für die Plattform Atari 2.600. Von dem Alien-Game soll es genau eine Kopie geben. Bei Ebay stand es für eine halbe Million US-Dollar zum Verkauf. Doch dieser Preis war wohl selbst den wohlhabendsten Sammlern zu happig. Niemand entschied sich zum Sofortkauf.