Vermögen: „Öffentliche Einflussnahme gilt als riskant“
Frankfurt. Sie bauen Bunker auf Hawaii, flüchten nach Neuseeland oder suchen Schutz in Ideologien: Viele Superreiche treibt die Sorge, Vermögen, Einfluss, Macht zu verlieren. Elon Musk und Peter Thiel, beide stark geprägt durch ihr Aufwachsen im Südafrika der Apartheid, wollen die Welt nach ihren Vorstellungen verändern. Milch-Baron Theo Müller führt den eigenen Erfolg auf die „guten Gene“ seiner Vorfahren zurück und unterstützt offen die AfD.
Was steckt hinter diesem Habitus?
Soziologe Michael Hartmann, Deutschlands bekanntester Elitenforscher, untersucht diese Schicht seit mehr als vier Jahrzehnten. Er sagt: Eliten rekrutieren sich fast immer aus sich selbst, in Deutschland seit dem Kaiserreich aus denselben Kreisen. Wer oben geboren wird, bleibt es meist – und verliert so den Blick für andere Lebensrealitäten.
Aus dieser Homogenität erwachsen politische Haltungen – und eine bestimmte Psychologie der Absicherung und Einflussnahme: Welche Haltungen das sind und was die Vermögenselite im Handeln und Denken antreibt, das verrät Hartmann im Interview.
Lesen Sie hier das ganze Interview mit Michael Hartmann:
Herr Hartmann, viele US-Superreiche wirken derzeit wie Prepper. Gegen Kriege, Krisen und den Untergang der Zivilisation wappnen sie sich mit einem Luxusbunker auf Hawaii (Mark Zuckerberg). Mit Land, Haus und Pass in Neuseeland (Peter Thiel). Mit Waffen, Gasmasken, Gold, Antibiotika im Keller (Sam Altman). Was ist da los?
Es geht um Absicherung für den Fall der Fälle. Neuseeland oder Hawaii sind nun mal sehr weit weg. Das hat Vorteile, wenn Weltlage und Geopolitik so unsicher sind wie derzeit. Doch ob die Milliardäre damit rechnen, die Bunker in absehbarer Zeit nutzen zu müssen? Ich denke nicht.