Banken: Investmentbanker fürchten ein verlorenes Jahr
Führende Investmentbanker warnen vor einem Einbruch ihrer Geschäfte und bereiten weitere Stellenstreichungen vor.
Foto: APFrankfurt. An der Wall Street herrscht Alarmstimmung. Das zweite Quartal geht langsam zu Ende und die Sorgen der Spitzenbanker in den USA werden immer größer, wenn sie auf die wirtschaftliche Entwicklung schauen. Große Investmentbanken wie Goldman Sachs und Morgan Stanley warnen vor empfindlichen Einbrüchen im Geschäft mit Übernahmen und Börsengängen, aber auch im Wertpapierhandel. Vor allem die Mahnung bei Letzterem ist auch für die Deutsche Bank ein schlechtes Omen.
Als John Waldron, Präsident von Goldman Sachs, in der vergangenen Woche auf der Investorenkonferenz des Analysehauses Alliance Bernstein auftrat, hatte er schlechte Nachrichten zu verkünden. Waldron sprach von einer „außerordentlich herausfordernden“ gesamtwirtschaftlichen Lage, und er betonte, dass sich Goldman auf ein „härteres Umfeld“ einstelle. Auch ein hochrangiger deutscher Investmentbanker warnt: „So wie die Gesamtlage aussieht, droht 2023 zu einem verlorenen Jahr zu werden.“
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Es wäre bereits das zweite Flautejahr in Folge. Die Einnahmen der zwölf größten Investmentbanken sackten den Daten des Finanzinformationsdienstes Coalition zufolge 2022 im Schnitt um 13 Prozent ab. Im Moment gebe es reichlich Gründe für die Investoren, sich Sorgen zu machen: Europa stecke bereits in einer milden Rezession, in den USA wachse die Gefahr einer Kreditklemme und einer Wirtschaftskrise, dazu kämen Inflation, die Folgen der Krise der US-Regionalbanken, die Aussicht auf sinkende Unternehmensgewinne, wachsende geopolitischen Risiken und die anstehende Präsidentenwahl in den USA.