Commerzbank: Verdi lässt Unicredit-Chef im Übernahmestreit abblitzen
Berlin. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi lehnt eine Übernahme der Commerzbank durch den italienischen Konkurrenten Unicredit trotz Zusagen zum Erhalt von Arbeitsplätzen und Filialen ab. Der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke machte in einem Brief an Unicredit-Chef Andrea Orcel deutlich, dass er Zweifel an dessen Versprechen hat und eine Übernahme gerade im aktuellen Umfeld gefährlich fände. Der am Mittwoch verschickte Brief von Werneke liegt dem Handelsblatt vor.
Der Verdi-Chef reagierte damit auf ein Schreiben von Orcel, das dieser Mitte Juni fast wortgleich auch an Bundeskanzler Friedrich Merz, Finanzminister Lars Klingbeil und Kanzleramtsabteilungsleiter Levin Holle geschickt hatte.
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Orcel versprach Verdi und der Bundesregierung darin unter anderem, nach einer Fusion der Commerzbank mit der deutschen Unicredit-Tochter Hypo-Vereinsbank (HVB) am Filialnetz beider Institute festzuhalten und „im großen Stil ins Geschäft und in die Belegschaft zu investieren“. Effizienzen heben wolle Unicredit in den Zentralen – und beim damit verbundenen Stellenabbau vertrauensvoll mit den Arbeitnehmervertretern zusammenarbeiten.