Daniel Zimmermann: Monheims Bürgermeister über die Greensill-Anlage: „Wir hatten Angst vor den Negativzinsen“
Der Stadt Monheim drohen durch die Anlage bei der Bremer Bank bis zu 38 Millionen Euro Schaden.
Foto: dpaKöln. Seit 2009 ist Daniel Zimmermann Bürgermeister der nordrhein-westfälischen Stadt Monheim am Rhein im Kreis Mettmann. Bei seinem Amtsantritt war er der jüngste Bürgermeister in Nordrhein-Westfalen.
Die Stadt Monheim gilt als kleines Steuerparadies in Deutschland. Die äußerst niedrigen Gewerbesteuerhebesätze locken viele Unternehmen in die Stadt. Finanziell steht Monheim deshalb sehr gut da. Allerdings gibt es auch viel Kritik vor allem aus Nachbarkommunen, die Steuerdumping beklagen.
Die vergleichsweise hohen Steuerzuflüsse haben zur Folge, dass Monheim rund 170 Millionen Euro anlegen muss. Wegen der Negativzinsen entschied sich die Stadt daher, einen Teil des Geldes bei Privatbanken anzulegen, die auch hohe Guthaben verzinsen – das führte zu der Anlage bei der Greensill Bank und dem mutmaßlichen Schaden von 38 Millionen Euro.
Daniel Zimmermann spricht darüber, wie es zu der Anlageentscheidung kam, obwohl Monheim eigentlich allen Risiken aus dem Weg gehen wollte. Für den Bürgermeister ist klar, dass der Fehler Konsequenzen haben muss.
Monheim ist nicht die einzige Kommune, die bei der Greensill Bank angelegt hat. Am Freitag haben sich nach Monheim auch Osnabrück und Emmerich am Rhein als weitere mögliche Greensill-Opfer offenbart. Insgesamt sollen rund 50 Städte und Gemeinden bei der Bremer Bank investiert haben. Der Gesamtschaden dürfte sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag summieren.