Eba: „Die Unsicherheit ist so groß wie nie zuvor“
Frankfurt. Die europäischen Geldhäuser sind aus Sicht der EU-Bankenaufsichtsbehörde Eba gut gerüstet für die Herausforderungen durch die US-Zollpolitik und die Turbulenzen an den Finanzmärkten. „Wir beobachten die Situation genau, aber wir sehen keinen Anlass für Panik“, sagte Eba-Exekutivdirektor François-Louis Michaud dem Handelsblatt.
Angesichts des Ukrainekriegs und drohender Verwerfungen im globalen Handel sei die Unsicherheit „so groß wie nie zuvor“, betonte Michaud. „Aber die europäischen Banken können diese Herausforderungen aus einer Position der Stärke heraus angehen.“ Sie hätten höhere Kapital- und Liquiditätspolster und seien auch deutlich profitabler, erklärte der Aufseher. „Und sie sind inzwischen geübt darin, in den Krisenmodus zu schalten und schwierige Zeiten zu überstehen.“
Verbesserungsbedarf sieht Michaud allerdings beim Erkennen und Einschätzen von Gefahren. „In den Risikoabteilungen vieler Banken gibt es beim Management und der Verarbeitung von Daten und Informationen noch Defizite“, sagte er. „Dabei geht es auch um die Frage, ob die Geldhäuser alle relevanten Informationen einholen, um potenzielle Risiken korrekt einschätzen zu können.“