Fondsgesellschaft: DWS überrascht Analysten mit Ausblick auf starkes Ergebnis
Herausforderndes Marktumfeld.
Foto: ReutersFrankfurt. Die Deutsche-Bank-Tochter DWS hat vom guten Börsenausklang 2021 profitiert. Über den Erwartungen liegende Gebühreneinnahmen haben das Ergebnis deutlich in die Höhe gehoben. Das teilte der Fondsanbieter mit. Auf der Grundlage vorläufiger und untestierter Zahlen hat der bereinigte Vorsteuergewinn im vierten Quartal 2021 demnach auf 378 Millionen Euro von 212 Millionen Euro vor einem Jahr zugenommen.
Analysten hatten weniger erwartet. Sie loben besonders den Anstieg des Vorsteuergewinns. Die Kosten-Ertrags-Quote ist nach Aussage der DWS im vierten Quartal (CIR) weiter auf 55,3 Prozent gesunken. Das ließ den Kurs der DWS-Aktie am Freitag um bis zu gut drei Prozent auf über 39 Euro klettern.
Den Aktionären stellt die DWS vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats eine Dividende von zwei Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2021 in Aussicht. Für 2020 waren 1,81 Euro gezahlt worden. Die Dividendenankündigung finden Analysten allerdings enttäuschend, es waren rund ein Zehntel mehr erwartet worden.
Hinter dem Ergebnisanstieg stehen der DWS zufolge überraschend hohe Einnahmen aus Performance- und Transaktionsgebühren von 126 Millionen Euro, zudem Managementgebühren. Die DWS hat nach eigener Aussage im vierten Quartal Erträge von 798 Millionen Euro erzielt. Die Fondsgesellschaft will ihre Zahlen für das vierte Quartal und Gesamtjahr 2021 am 27. Januar veröffentlichen.
Diesen Zahlen zufolge hat die Diskussion über Investments des Fondshauses, die vermeintlich zu nachhaltig dargestellt wurden, nicht geschadet. Erst im vergangenen Jahr war die DWS deswegen in die Schlagzeilen geraten.
Ärger mit den Aufsichtsbehörden
Die frühere Nachhaltigkeitschefin des Hauses, Desiree Fixler, erhob im Sommer 2021 Greenwashing-Vorwürfe gegen ihren alten Arbeitgeber, der ihr nach nur wenigen Monaten im Job gekündigt hatte. Die US-Amerikanerin wirft der DWS vor, sich nach außen hin als führend im Bereich nachhaltiger Investments dargestellt zu haben, obwohl dies ihrer Erkenntnis zufolge nicht der Fall war.
Fixler glaubt, dass Aktionäre getäuscht wurden und der Kurs des DWS-Papiers zu gut bewertet wurde. Die DWS weist die Vorwürfe zurück. Zurzeit prüft die US-Börsenaufsicht SEC den Fall, genauso wie das Justizministerium und die Bafin.
Auch der DWS-Konzernmutter Deutsche Bank droht neuer Ärger in dem Zusammenhang: Das Justizministerium untersucht, ob die DWS das Ministerium nicht früher über Fixlers Vorwürfe in einer Mail an oberste Konzernmanager hätte informieren müssen. Der Aktienkurs der DWS war nach dem Bekanntwerden der SEC-Untersuchung um bis zu 19 Prozent eingebrochen.
Weltgrößter Fondsanbieter Blackrock managt nun gut zehn Billionen US-Dollar
Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock berichtet indes ebenfalls über höhere Gebühreneinnahmen und einen Gewinnzuwachs im vierten Quartal. Der bereinigte Gewinn legte dem US-Fondsriesen zufolge um 2,5 Prozent zu auf 1,61 Milliarden Dollar. Der Umsatz stieg um knapp 14 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar, wie Blackrock mitteilte.
Ein großer Teil davon ging auf das Konto von Beratungs- und Verwaltungsgebühren. Das verwaltete Vermögen des Fondsanbieters erreichte mit 10,01 Billionen Dollar zum 31. Dezember einen Rekord. Am Ende des Vorjahres hatte es noch bei 8,68 Billionen gelegen. Damit managt Blackrock gut zehnmal so viel Vermögen wie der größte deutsche Anbieter für Privatanleger, DWS, der zuletzt ein verwaltetes Vermögen von 880 Milliarden Euro auswies.
Mit Material von Reuters.