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Für Bauprojekte Istanbuler Bürgermeister erhält Kredit von der Deutschen Bank

Türkische Staatsbanken wollen dem oppositionellen Bürgermeister der größten türkischen Stadt wohl kein Geld leihen. Jetzt kommt Hilfe aus dem Ausland.
27.11.2019 - 10:14 Uhr Kommentieren
Der Istanbuler Oppositionsbürgermeister stellte die Kredite, die er nun aus dem Ausland erhält, in Zusammenhang mit einer Reise im November nach Berlin. Quelle: Reuters
Ekrem Imamoglu

Der Istanbuler Oppositionsbürgermeister stellte die Kredite, die er nun aus dem Ausland erhält, in Zusammenhang mit einer Reise im November nach Berlin.

(Foto: Reuters)

Istanbul Der Istanbuler Oppositionsbürgermeister Ekrem Imamoglu bekommt aus Deutschland, was er von der eigenen Regierung nicht zu kriegen scheint: Geld für Bauprojekte in seiner Millionenmetropole. Die Deutsche Bank hat Istanbul nun einen Kredit in Höhe von 110 Millionen Euro gegeben, wie ein Sprecher der Bank der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag bestätigte.

Imamoglu hatte über diesen Kredit und einen weiteren aus Frankreich am Sonntag bei einer Pressekonferenz in Istanbul gesprochen – und hinzugefügt, dass staatliche türkische Banken nicht hilfreich gewesen seien bei den Finanzierungsbedürfnissen seiner Verwaltung.

„Ehrlich, ich muss das sagen: Wir haben gesehen, dass die Staatsbanken sehr distanziert geblieben sind gegenüber der Istanbuler Stadtverwaltung, seit wir im Amt sind. Das ist traurig“, sagte er.

Imamoglu, der der großen Oppositionspartei CHP angehört, hatte den Bürgermeisterposten der größten Stadt des Landes bei der Kommunalwahl im März und Juni überraschend gegen den Kandidaten der Regierungspartei AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan gewonnen – eine Klatsche für Erdogan, dessen AKP die Stadt lange regiert hatte.

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    Imamoglu kritisierte, dass die Staatsbanken nach der Wahl nicht einmal mehr jene Kredite für „tägliche Routinebedürfnisse“ bereitgestellt hätten. „Unglücklicherweise sind die Türen der Staatsbanken derzeit völlig geschlossen für uns.“ Deshalb habe sein Team entschieden, „von einigen privaten türkischen und einigen ausländischen Kreditgebern zu leihen“. Die gleiche Haltung zeigten staatliche Banken gegenüber anderen von der Opposition regierten Städten.

    Gedacht ist das Geld aus Deutschland laut Imamoglu für den lange unterbrochenen Bau einer zentralen U-Bahn-Linie im asiatischen Teil der Stadt. Am Dienstag gab es zur Wiederaufnahme der Arbeiten einen Festakt mit Bürgermeisterrede.

    Der CHP-Bürgermeister erhielt nach einem Besuch in Paris auch von der französischen Agentur für Entwicklung (AFD) einen Kredit in Höhe von 86 Millionen Euro, für den Bau einer weiteren Bahnstrecke auf dem asiatischen Teil Istanbuls. In der türkischen Bankenszene ist man geteilter Meinung über diese Vorgänge. Es sei zwar nicht unüblich, dass eine Stadtverwaltung sich im Ausland Geld leiht, erklärte ein Banker dem Handelsblatt. „Doch wenn die Lira noch einmal an Wert verliert, bekommt auch Imamoglu Probleme.“

    Tatsächlich hatte die türkische Währung am Dienstag im Vergleich zum Euro um 0,3 Prozent abgewertet und notierte zuletzt bei 6,34 Lira, denn Präsident Erdoğan drängt mal wieder auf dauerhaft niedrige Zinsen. Bei der Inflationsrate erwartet der Internationale Währungsfonds in diesem Jahr einen Wert von 15,7 Prozent und 2020 von 12,6 Prozent.

    Erdogan hat erneut an seine Landsleute appelliert, harte amerikanische Devisen in heimische Lira zu tauschen. „Gebt den Dollar und den Rest auf“, sagte er. Die Lira hat seit Jahresauftakt zum Dollar rund acht Prozent abgewertet.

    Die neuen Kredite, die Istanbul nun aus dem Ausland erhält, stellte Imamoglu in Zusammenhang mit jüngsten Reisen – unter anderem nach Berlin, wo er im November sogar von Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Außenminister Heiko Maas empfangen worden war. Seit dem Wahldrama ist der Name des Istanbuler Bürgermeisters auch im Ausland ein Begriff. Unter Erdogan-Kritikern halten einige ihn schon für den nächsten Präsidenten des Landes.

    Mehr: Die Unicredit zieht sich offenbar aus der Türkei zurück. Sie litt in Vergangenheit unter der türkischen Rezession.

    • dpa
    • oz
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