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Handelsblatt-Tagung BankenaufsichtCommerzbank registriert mehr Cyberangriffe – und arbeitet Kontoraub auf

Der neue Risikovorstand Bernd Spalt hält weitere Investitionen in IT-Sicherheit für unabdingbar. Das Insourcing von Dienstleistungen sei aber „nicht die Antwort auf alles“.Andreas Kröner 19.03.2024 - 13:37 Uhr
Der ehemalige Chef der Erste Group ist seit Anfang 2024 neuer Risikovorstand der Commerzbank. Foto: Foto Vogt GmbH

Frankfurt. Der neue Commerzbank-Risikovorstand Bernd Spalt warnt vor wachsenden Gefahren durch Cyberattacken. „Die Dichte der Angriffe wird mehr und nicht weniger“, sagte der Österreicher am Dienstag auf der Handelsblatt-Tagung Bankenaufsicht. Die Schäden durch Cyberattacken bei der Commerzbank seien bisher zwar „in sehr überschaubarem Ausmaß“ geblieben. Es sei aber „ein ständiger Aufwand, am Ball dranzubleiben“.

Ende 2023 sorgte die Commerzbank für Aufsehen, weil Kriminelle die Konten von mehr als 100 Kunden leerräumten. Verantwortlich war nach früheren Angaben der Bank ein Fehler bei einem Software-Update bei einem Dienstleister, dem Bank-Verlag. 

„Wir sind dabei, diesen Fall aufzuarbeiten“, erklärte Spalt. Er zeige, dass das Risiko durch das Auslagern von Geschäften (Outsourcing) immer bedeutsamer werde. „Ich glaube aber nicht, dass die Antwort auf die Verwundbarkeit auf der Outsourcing-Seite ist, dass man wieder alles insourct, sondern dass man versucht, dieses Risiko besser und gesamthafter zu begreifen und zu managen.“

Führende Finanzaufseher haben angekündigt, dass sie Auslagerungen von Banken genauer überwachen wollen. Zudem forderten sie Geldhäuser auf, mehr in IT-Sicherheit zu investieren. Auch Spalt hält das für unabdingbar: „Was notwendig ist, werden wir tun.“

Der 55-Jährige hat über 30 Jahre für die österreichische Erste Group Bank gearbeitet, vor allem im Risikomanagement. 2020 übernahm er den Vorstandsvorsitz, allerdings nur für zweieinhalb Jahre. Grund für die Trennung waren nach eigener Aussage Meinungsverschiedenheiten mit dem Aufsichtsrat über das Tempo des Konzernumbaus. 

Dass er bei der Commerzbank wieder einfacher Vorstand ist, empfindet Spalt nicht als Rückschritt. „Ich habe schon lange aufgehört, an Karrieren zu glauben, die einen linearen Weg nach oben ziehen.“ Der Wechsel zur Commerzbank sei für ihn eine Weiterentwicklung. „Ich bin kein Jobhopper und überlege mir sehr gut, wo ich arbeiten möchte.“

Deutschland als Klumpenrisiko der Commerzbank

Im Risikomanagement der Commerzbank sieht Spalt keinen größeren Anpassungsbedarf. Es sei in allen Prozessen verankert und nah dran am Geschäft, sagte der Manager. Er setze deshalb auf Kontinuität und führe weiter, was sein Vorgänger Marcus Chromik aufgebaut habe.

Spalt ist nach Privatkundenvorstand Thomas Schaufler und Personalchefin Sabine Mlnarsky der dritte Österreicher im Commerzbank-Vorstand. Innerhalb und außerhalb der Bank finden das einige seltsam – genauso wie die Tatsache, dass alle drei Manager von der Erste Group nach Frankfurt gewechselt sind.

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Spalt hält das für Zufall – und betont, dass sich durch das Österreich-Trio im Vorstand nichts an der Geschäftsausrichtung der Commerzbank ändern werde. Das Institut plane keine Offensive in Österreich oder Osteuropa, werde seine Firmenkunden aber immer begleiten, wenn diese verstärkt im Ausland aktiv würden.

Das ändere allerdings nichts daran, dass die Bank abhängig von der Entwicklung der deutschen Wirtschaft bleibe. „Von seinem Heimatmarkt kann man sich nicht wegdiversifizieren“, sagte Spalt. Dass der Standort Deutschland für ausländische Investoren an Attraktivität verloren habe, „macht uns deshalb natürlich Sorgen“.

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