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Hans-Jörg Vetter Commerzbank-Aufsichtsratschef will Strukturen aufbrechen und Kosten senken

Hans-Jörg Vetter fordert, dass Deutschlands zweitgrößte Privatbank ihren Status quo hinterfragt. Als Chefkontrolleur will er die Klischees eines Schwaben bedienen.
17.09.2020 - 13:15 Uhr Kommentieren
Der neue Aufsichtsratschef der Commerzbank hat in den vergangenen zwei Wochen mit Finanzminister Olaf Scholz, Finanzstaatssekretär Jörg Kukies und Bafin-Chef Felix Hufeld gesprochen. Quelle: dpa
Hans-Jörg Vetter

Der neue Aufsichtsratschef der Commerzbank hat in den vergangenen zwei Wochen mit Finanzminister Olaf Scholz, Finanzstaatssekretär Jörg Kukies und Bafin-Chef Felix Hufeld gesprochen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Seit Anfang August leitet Hans-Jörg Vetter den Aufsichtsrat der Commerzbank. Nun erklärt der 68-Jährige erstmals, wie er Deutschlands zweitgrößte Privatbank umbauen will. „Es geht darum, Erträge zu steigern, Kosten zu senken und den Status-quo zu hinterfragen“, sagte Vetter in einem Interview im Intranet der Commerzbank, das dem Handelsblatt vorliegt.

„Die Commerzbank hat viel Gutes, aber in Sachen Effizienz und Profitabilität gibt es noch Luft nach oben“, erklärte Vetter. „Es gibt noch viele althergebrachte Strukturen, die den heutigen Anforderungen und der Größe der Bank nicht mehr angemessen sind.“ Dies zu durchleuchten und die nötigen Anpassungen vorzunehmen sei die Aufgabe des neuen Vorstandschefs, nach dem das Institut derzeit intensiv suche.

„Den richtigen Kandidaten oder die richtige Kandidatin für diese Aufgabe zu finden hat für mich aktuell die höchste Priorität“, sagte Vetter. Dass die Bank dabei interne und externe Kandidaten begutachte, sei normal. „Wir werden eine Shortlist möglicher interner und externer Kandidaten zusammenstellen und dann im Aufsichtsrat gemeinsam entscheiden.“

Intern werden Firmenkundenchef Roland Boekhout und Finanzchefin Bettina Orlopp die besten Chancen auf seine Nachfolge eingeräumt. Extern sieht sich das Institut mithilfe der Headhunterin Christina Virzí nach potenziellen Kandidaten um. Virzí hatte die Bank zuvor bereits bei der Suche nach einem neuen Aufsichtsratschef unterstützt.

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    Vetter hat als Vorstandschef einst die Bankgesellschaft Berlin und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) mit harter Hand restrukturiert. Diese Sanierungs- und Führungserfahrung war ausschlaggebend dafür, dass er bei der Commerzbank am 3. August zum Nachfolger von Stefan Schmittmann gewählt wurde.

    Hart arbeiten und sparsam sein

    Er habe in den vergangenen Wochen viele Gespräche mit Vorstandsmitgliedern, Arbeitnehmervertretern und Investoren geführt und sich so ein Bild von der Commerzbank gemacht, erklärte Vetter. Das Institut sei kein Sanierungsfall, müsse aber effizienter werden.

    „Wie das genau geschieht, muss der Vorstand entscheiden“, betonte Vetter. Der Aufsichtsrat sei schließlich nur ein Kontrollorgan. „Ich bin aber Schwabe und uns wird nachgesagt, hart zu arbeiten und sparsam zu sein“, sagte der gebürtige Göppinger. „Und in meiner Rolle als Aufsichtsratsvorsitzender werde ich alles tun, um dieses Klischee zu bedienen.“

    Einen Bericht der „Börsen-Zeitung“, laut dem sich Vetter für eine Wiederbelebung der Mittelstandsbank einsetzt und Vorstandsressorts neu verteilen will, wies der Chefkontrolleur mit deutlichen Worten zurück. „Was mich daran besonders ärgert, ist, dass mir Dinge und Überlegungen nachgesagt werden, die es so nie gegeben hat und die einfach falsch sind.“

    Die „Börsen-Zeitung“ hatte unter anderem berichtet, dass der seit Jahresbeginn amtierende Firmenkundenchef Roland Boekhout den bisherigen Privatkundenvorstand Michael Mandel ablösen und mittelfristig auch die Verantwortung für die IT übernehmen soll, für die derzeit Jörg Hessenmüller zuständig ist.

    An diesem Donnerstag leitete Vetter erstmals die gemeinsame Strategiesitzung von Vorstands- und Aufsichtsrat. Dabei sollte unter anderem über die noch vom alten Vorstand vorgelegten Umbaupläne diskutiert werden. Diese sehen unter anderem den Abbau von rund 10.000 Stellen und eine Ausdünnung des Filialnetzes vor. Beschlüsse sollen jedoch erst getroffen werden, wenn ein neuer Vorstandschef an Bord ist.

    Zu Beginn der Strategiesitzung hat Privatkundenvorstand Michael Mandel seinen Rückzug angekündigt. Mandel sei auf ihn zugekommen und habe ihm eine einvernehmliche Beendigung seines Vertrags angeboten, sagte Vetter in dem Intranet-Interview.

    „Ich bedauere diese Entscheidung“, erklärte der Aufsichtsratschef. „Michael Mandel hat die Commerzbank im Privatkundengeschäft erfolgreich weiterentwickelt. Dafür gebührt ihm Dank und unser aller Respekt.“

    Mehr: Commerzbank-Privatkundenchef Michael Mandel wirft hin.

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