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Hinrich Holm Vize-Chef der NordLB musste auf Druck der Sparkasse weichen

Die Sparkassen-Finanzgruppe wollte ein Zeichen setzen und auch die Management-Ebene der NordLB verkleinern. Neben Holm soll noch ein weiterer Vorstand gehen.
09.12.2019 - 11:24 Uhr Kommentieren
Der Vorstand der Bank wird immer kleiner. Quelle: dpa
NordLB

Der Vorstand der Bank wird immer kleiner.

(Foto: dpa)

Berlin Am Freitagabend teilte die NordLB mit, dass der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, der Kapitalmarktvorstand Hinrich Holm, mit Auslaufen des Vertrags zum 31.1. 2020 die Bank verlassen wird. Stellvertretende Vorstandsvorsitzende sind in der Regel die designierten Chefs. Wenn jemandem dann dennoch so kurzfristig gekündigt wird, könnte ein Zerwürfnis der Anlass sein.

Aber darauf deutet im Fall des 54-jährigen promovierten Mathematikers nichts hin. In Bankenkreisen wird darauf verwiesen, dass die Sparkassen-Finanzgruppe darauf drängte, schon frühzeitig den Vorstand zu verkleinern. „Viele Mitarbeiter müssen gehen und die Sparkassen-Finanzgruppe wollte jetzt auf Vorstandsebene ein Zeichen setzen“, hieß es.

In gewisser Weise sei es Pech gewesen, dass auf Vorstandsebene Holms Vertrag als erster zur Verlängerung anstand. Aufsichtsratschef Reinhold Hilbers habe sich mit dieser Entscheidung sehr schwer getan, so Bankenkreise.

Doch da die Rettung der NordLB ohne das Sparkassenlager nicht möglich gewesen wäre, konnte Hilbers nicht im Alleingang an Holm festhalten. Die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie die Sparkassen-Finanzgruppe hatten ein 3,6 Milliarden Euro schweres Rettungspaket geschnürt, das von der EU-Kommission kürzlich abgesegnet wurde.

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    Verhandlungen mit Private-Equity-Investoren zerschlugen sich, da sie praktisch keine Risiken übernehmen wollten. Teil des Rettungspakets ist eine Verschlankung der Bank. Die Bilanzsumme soll von derzeit 147 Milliarden Euro auf 95 Milliarden Euro im Jahr 2024 schrumpfen, die Zahl der Mitarbeiter von 5450 auf 2800 sinken.

    Wie schwer Hilbers die Trennung von Holm gefallen ist, der seit 2010 dem Vorstand der Landesbank angehört, beweist schon seine Wortwahl. In der Pressemitteilung bezeichnet der niedersächsische Finanzminister ihn als „herausragenden Manager“, mit seiner umfangreichen Auslandserfahrung sei er „ein Glücksfall“ für die Bank gewesen.

    Holm, lange Zeit ein aktiver Eishockey-Spieler, trat bereits 1996 in die Bank ein. Vorstandschef Thomas Bürkle sprach von einem „großen Verlust“. Die von Holm verantworteten Bereiche hätten sich unter seiner Führung erfolgreich entwickelt. Auch beim aktuellen Umbau der Bank habe Holm eine wichtige Rolle gespielt. Mitstreiter verweisen darauf, dass Holm die Bank in diesem Jahr mehrere Wochen praktisch allein führte, als Bürkle mit dem Tod seiner Frau in Thailand ein schwerer Schicksalsschlag ereilte.

    Andererseits fehlte Holm auch eine gewisse Fortune. Er führte maßgeblich die Gespräche mit den Finanzinvestoren Cerberus und Centerbridge über einen Einstieg. Das Ergebnis, für das Holm nichts konnte, war enttäuschend. Das finale Angebot wurde vom Land Niedersachsen rundweg abgelehnt.

    In der Vergangenheit führten angedachte kapitalentlastende Maßnahmen über den Verkauf von Schiffskrediten an einen Finanzinvestor nicht zum gewünschten Erfolg. „Tatsache ist, dass sich mit Ausnahme Hilbers keiner für Holm wirklich starkgemacht hat“, heißt es in Bankenkreisen.

    Der Aufsichtsrat gab am Freitag nicht allein die Trennung von Holm bekannt. Parallel wurde Olof Seidel als neues Vorstandsmitglied bestellt. Seidel übte die Aufgaben des Chief Financial Officers (CFO) und des Chief Operating Officers (COO) seit rund anderthalb Jahren als Generalbevollmächtigter aus. Der Aufsichtsrat der Bank hatte bereits im April 2018 seine Absicht erklärt, Seidel nach Vorliegen der erforderlichen bankaufsichtlichen Voraussetzungen zum Vorstandsmitglied zu bestellen.

    Holms Aufgaben sollen auf den bestehenden fünfköpfigen Vorstand verteilt werden. Doch bei fünf Köpfen wird es nicht bleiben. Die redimensionierte Bank soll in der Zukunft mit vier Vorständen auskommen.

    Mehr: Grüne sehen die Kapitalspritze für die NordLB kritisch.

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