Italienische Großbank: Andrea Orcel wird neuer Unicredit-CEO
Der 57-Jährige leitete bis 2018 das Investmentbanking der Schweizer Großbank UBS.
Frankfurt, Rom. Für Andrea Orcel muss sich der neue Posten in Mailand wie eine Rückkehr zu den Ursprüngen anfühlen: Mehr als 20 Jahre ist es her, dass der Italiener dabei mithalf, die Unicredit-Gruppe aus der Taufe zu heben. Als Investmentbanker wirkte der heute 57-Jährige damals am Merger von Unicredito und Credito Italiano mit, auch bei der Übernahme der Münchener Tochter Hypovereinsbank (HVB) war er einer der Berater. Nun wird Orcel CEO der Unicredit, Italiens zweitgrößter Bank.
Mit der Personalie, über die seit Tagen spekuliert wird und die Unicredit am Mittwochabend bestätigt hat, findet ein monatelanges Machtvakuum sein Ende. Bereits im November kündigte Noch-Chef Jean Pierre Mustier an, sein Amt Mitte April zur Hauptversammlung abzulegen.
Der 60-jährige Franzose soll sich seit Jahren gegen Fusionen und Zukäufe gestellt haben. Am Ende zerstritt er sich wohl über die langfristige Strategie mit dem Verwaltungsrat.
Dabei soll auch die hochumstrittene Reprivatisierung der Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) eine Rolle gespielt haben. Italiens Finanzministerium muss die verstaatlichte Bank in diesem Jahr wieder loswerden – und sucht dringend nach einem Käufer. Unicredit gilt dabei seit Langem als Roms Favorit. Mustier soll auch den MPS-Deal vehement abgelehnt haben, selbst Großinvestoren rebellierten zuletzt dagegen.