Schattenbanken: Geschäft mit privaten Kreditfonds boomt – doch es gibt Risiken
Frankfurt, New York. Es ist ein Geschäft, das in den vergangenen Jahren rasant gewachsen ist. So schnell, dass Finanzaufseher und Banker fürchten, dass es zur Gefahr für die Stabilität des Finanzsystems werden könnte.
Private Kreditfonds, die Geld bei Großinvestoren einsammeln und es dann weiterverleihen, haben ihr Volumen in den vergangenen Jahren vervielfacht: Vor der globalen Finanzkrise lag das Marktvolumen noch bei 235 Milliarden Dollar, heute wird es auf 1,6 Billionen Dollar geschätzt.
Das schnelle Wachstum und die schiere Größe des Markts alarmiert jetzt auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin. Die Kontrolleure fürchten, „dass private Kreditfonds Risiken für den Verbraucherschutz, für die Marktintegrität sowie für die Finanzstabilität bergen könnten“, heißt es in der Antwort der Aufsicht auf eine Anfrage des Handelsblatts.
Die Begründung: Die Fonds würden in der Regel riskant investieren – zum Beispiel bei der Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen, deren Bonität nicht von den Ratingagenturen geprüft werde.
Außerdem kritisiert die Bafin die mangelnde Transparenz der Fonds – unter anderem wegen geringer Berichterstattungspflichten. Verstärkt würden die Risiken durch die breite Verflechtung mit dem Rest des Finanzmarkts.